Willem Holleeder: Mafioso von Schwester ins Gefängnis gebracht
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Willem HolleederMafioso von Schwester ins Gefängnis gebracht

Willem Holleeder, Hollands berüchtigster Verbrecher, muss lebenslang ins Gefängnis. Seine Schwestern halfen dabei, ihn zu Fall zu bringen.

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trx
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Über 35 Jahre lang war Willem Holleeder eine beherrschende Figur des organisierten Verbrechens.

Über 35 Jahre lang war Willem Holleeder eine beherrschende Figur des organisierten Verbrechens.

Robin van Lonkhuijsen
So entführte er 1983 mit Komplizen den Biermagnaten Freddy Heineken. Zudem liess er mindestens fünf Konkurrenten aus dem Weg räumen.

So entführte er 1983 mit Komplizen den Biermagnaten Freddy Heineken. Zudem liess er mindestens fünf Konkurrenten aus dem Weg räumen.

Robin van Lonkhuijsen
Nun wurde er nach einem monatelangen Prozess des fünffachen Mordes und eines Totschlags für schuldig befunden.

Nun wurde er nach einem monatelangen Prozess des fünffachen Mordes und eines Totschlags für schuldig befunden.

Remko de Waal

Willem Holleeder (61) alias «Die Nase» wurde 1983 über die Grenzen Hollands hinaus bekannt, als er mit Komplizen den Biermagnaten Freddy Heineken entführte. Nach drei Wochen liessen sie ihn für 35 Millionen Gulden Lösegeld frei, Holleeder kam ins Gefängnis.

Das vermochte seine kriminelle Energie nicht zu stoppen: In Haft traf er auf andere Schwerverbrecher und baute nach seiner Entlassung mit Glücksspiel, Erpressung und Prostitution ein Imperium auf.

Er inszenierte sich als moderner Robin Hood

Über 35 Jahre lang war er eine beherrschende Figur des organisierten Verbrechens. Im Fernsehen inszenierte er sich in einem Interview als eine Art Robin Hood. Doch in Tat und Wahrheit war er ein gewissenloser und eiskalter Typ. Er liess mindestens fünf Konkurrenten aus dem Weg räumen – unter anderem Cor van Hout, seinen Schwager und Heineken-Mittäter.

Nun wurde er nach einem monatelangen Prozess des fünffachen Mordes und eines Totschlags für schuldig befunden. Er habe aus Machtgier und finanziellem Interesse gehandelt, so die Richter.

Holleeder, der stets seine Unschuld beteuert hatte, wurde auch wegen der Aussagen seiner zwei Schwestern verurteilt. Astrid Holleeder (53) hatte Telefongespräche ihres Bruders abgehört und die Aufnahmen der Staatsanwaltschaft übergeben. Die Anwältin hatte einen Bestseller über ihren Bruder geschrieben, der auch verfilmt wurde, und lebt wegen Morddrohungen unter Polizeischutz an einem geheimen Ort.

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