Gefängnis Limmattal: Magdici verursachte bei der Flucht fast einen Unfall

Aktualisiert

Gefängnis LimmattalMagdici verursachte bei der Flucht fast einen Unfall

Die ehemalige Gefängnisaufseherin Angela Magdici ist mit ihrem BMW X1 unweit des Gefängnisses fast mit einem anderen Auto zusammengeprallt.

von
kün
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Angela Magdici arbeitete seit 2013 für die Gefängnisse des Kantons Zürich. Im Februar 2016 verhalf sie Hassan Kiko zur Flucht.

Angela Magdici arbeitete seit 2013 für die Gefängnisse des Kantons Zürich. Im Februar 2016 verhalf sie Hassan Kiko zur Flucht.

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Der verurteilte Vergewaltiger Hassan Kiko wurde am 12. Mai 2016 von Italien in die Schweiz ausgeliefert. Ob er sich wegen der gemeinsamen Flucht mit der Gefängnisaufseherin überhaupt strafbar gemacht hat, ist unklar. Falls er vor Gericht kommt, möchte er sich jedoch von Valentin Landmann vertreten lassen. Dies sagt Kikos italienischer Anwalt Mario Campagna.

Der verurteilte Vergewaltiger Hassan Kiko wurde am 12. Mai 2016 von Italien in die Schweiz ausgeliefert. Ob er sich wegen der gemeinsamen Flucht mit der Gefängnisaufseherin überhaupt strafbar gemacht hat, ist unklar. Falls er vor Gericht kommt, möchte er sich jedoch von Valentin Landmann vertreten lassen. Dies sagt Kikos italienischer Anwalt Mario Campagna.

Valentin Landmann wäre bereit, Kikos Verteidigung zu übernehmen. Der bekannte Zürcher Jurist war in der Vergangenheit immer wieder an der Seite von Angeklagten in aufsehenerregenden Prozessen - zuletzt im Zusammenhang mit der Affäre um die Devisengeschäfte des ehemaligen Präsidenten der Schweizer Nationalbank, Philipp Hildebrand.

Valentin Landmann wäre bereit, Kikos Verteidigung zu übernehmen. Der bekannte Zürcher Jurist war in der Vergangenheit immer wieder an der Seite von Angeklagten in aufsehenerregenden Prozessen - zuletzt im Zusammenhang mit der Affäre um die Devisengeschäfte des ehemaligen Präsidenten der Schweizer Nationalbank, Philipp Hildebrand.

Keystone/Alessandro Della Bella

In der Anklageschrift gegen Angela Magdici, die dem «Tages-Anzeiger» vorliegt, wird die Flucht der Gefängnisaufseherin und des Häftlings Hassan Kiko aus dem Gefängnis Limmattal beschrieben.

Kurz vor Mitternacht ging Angela Magdici zu Hassans Zelle und befreite den 27-jährigen Syrer. Magdici fuhr später ganz in der Nähe des Gefängnis eine Verkehrsinsel auf der Gegenfahrbahn um und kollidierte fast mit einem korrekt fahrenden Auto. Sie hatte dabei den Wagen um lediglich ein bis maximal zwei Sekunden verfehlt.

Neues Handy, Geld und Kontakte

Die Flüchtenden fuhren zum Treffpunkt beim Bahnhof Dietikon, wo zwei Freunde von Hassan warteten und ihnen ein Mobiltelefon für die Flucht gaben. Die Freunde gaben ihnen später auch einige hundert Franken sowie eine Kontaktadresse in Italien.

Am 9. Februar um 3 Uhr morgens überquerten die Flüchtenden die Schweizer Grenze und fuhren nach Covo. Dort blieben sie rund zwei Wochen. Danach zogen sie weiter in die benachbarte Stadt Romano di Lombardia, wo sie am 25. März in einer gemieteten Wohnung verhaftet wurden.

Anklage wegen Beinahe-Unfall

Angela Magdici soll für die Flucht eine teilbedingte Strafe von 27 Monaten erhalten, wovon sie sieben Monate absitzen muss. Dies verlangt die Staatsanwältin. Sie hat Angela Magdici neben Entweichenlassen von Gefangenen und Begünstigung auch noch wegen vorsätzlich grober Verkehrsregelverletzung im Fall des Beinahe-Unfalls angeklagt. Hassan Kiko, der die Aufseherin zur gemeinsamen Flucht angestiftet hat, soll sechs Monate unbedingt erhalten.

Übernommen und bearbeitet von 20 Minuten.

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