Radikaloperation: Magen raus - aus Angst vor Krebs
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RadikaloperationMagen raus - aus Angst vor Krebs

Brian Chelcun verlor einen grossen Teil seiner Familie durch Magenkrebs. Um nicht selbst Opfer dieser Erkrankung zu werden, entschied sich der junge Amerikaner zu einem drastischen Schritt.

Nachdem er das lange und qualvolle Sterben seines Vaters mit ansehen musste, fasste Brian Chelcun einen aussergewöhnlichen Entschluss. Er liess sich ein wichtiges Organ entfernen. Eine Entscheidung, die - davon ist er überzeugt - sein Leben deutlich verlängern wird.

Brian Chelcuns Vater war nicht der Erste, der in der Familie einer besonders aggressiven Form von Magenkrebs zum Opfer fiel: Viele seiner Verwandten sind Träger einer Genmutation, welche die Entstehung eines Magenkrebses stark begünstigt.

Ob bei Risikopatienten der Krebs tatsächlich ausbricht, ist ungewiss. Doch genau diese Ungewissheit ist es, die bei vielen potentiell Betroffenen an der Lebensfreude nagt. Deshalb unterzogen sich die Tante und der Onkel des 26-Jährigen einem radikalen Eingriff und liessen sich den Magen entfernen. Brian Chelcun folgte ihrem Beispiel und unterzog sich im Boston Massachusetts General Hospital ebenfalls einer Gastrektomie.

Brian Chelcun muss jetzt - so berichtet «ABCnews.com» - mit einem Ersatzmagen leben. Auch wenn er nur noch kleine Portionen verspeisen kann, eine schlimme Last wurde ihm durch den radikalen Eingriff genommen: Die ständige Angst vor einem qualvollen Tod durch Magenkrebs.

(rre)

Gastrektomie (Magenentfernung):

Die Gastrektomie in der Regel angewandt, wenn ein Magenkarzinom - also ein Krebs - die Entfernung des Organs aus medizinischer Sicht unumgänglich macht.

Je nach Position und Ausprägung des Krebsbefalls, wird ausserdem die Milz und ein Teil der Bauchspeicheldrüse entfernt. Damit der Patient wieder auf normalem Wege Nahrung zu sich nehmen kann, bedarf es eines Ersatzmagens. Hierfür stehen verschiedene Varianten zur Verfügung. In der Regel wird dem Patienten ein Stück des Dick- oder Dünndarms entnommen. Daraus wird ein Ersatzmagen geformt, der - zumindest im Ansatz - die Funktion des Verdauungsorgans übernimmt.

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