Aktualisiert 18.05.2016 09:59

Drogen-Therapie

Magic Mushrooms helfen gegen Depressionen

Wenn nichts mehr hilft, könnten Zauberpilze helfen: Was nach der Aussage eines Drogensüchtigen klingt, ist das Ergebnis einer neuen Studie.

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Wenn sich eine Depression nicht mehr mit herkömmlichen Mitteln wie Antidepressiva behandeln lässt, sind die Betroffenen oft auf sich allein gestellt.

Wenn sich eine Depression nicht mehr mit herkömmlichen Mitteln wie Antidepressiva behandeln lässt, sind die Betroffenen oft auf sich allein gestellt.

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Das könnte künftig anders sein: Laut britischen Forschern trägt der in Magic Mushrooms enthaltene Wirkstoff Psilocybin dazu bei, das Leben der Patienten zu verbessern. In der kleinen Pilotstudie profitierten alle zwölf Teilnehmer von der Einnahme der Substanz.

Das könnte künftig anders sein: Laut britischen Forschern trägt der in Magic Mushrooms enthaltene Wirkstoff Psilocybin dazu bei, das Leben der Patienten zu verbessern. In der kleinen Pilotstudie profitierten alle zwölf Teilnehmer von der Einnahme der Substanz.

epa/Evert-jan Daniels
Der Hauptautor der Studie, Robin Carhart-Harris, bezeichnet die Ergebnisse als eindrucksvoll, warnt aber: «Ich möchte nicht, dass die Leute jetzt denken, dass sie Depressionen behandeln können, indem sie ihre eigenen Magic Mushrooms sammeln. Dieser Ansatz könnte riskant sein.»

Der Hauptautor der Studie, Robin Carhart-Harris, bezeichnet die Ergebnisse als eindrucksvoll, warnt aber: «Ich möchte nicht, dass die Leute jetzt denken, dass sie Depressionen behandeln können, indem sie ihre eigenen Magic Mushrooms sammeln. Dieser Ansatz könnte riskant sein.»

AP/Evert Elzinga

Normalerweise ist der Konsum von Zauberpilzen nicht zu empfehlen. Britische Forscher haben nun aber Menschen ausgemacht, die offenbar von einem in Magic Mushrooms enthaltenen Wirkstoff profitieren: Depressive.

In der kleinen Pilotstudie profitierten alle zwölf Teilnehmer von der Einnahme der Substanz Psilocybin. Bei den sechs Frauen und sechs Männern zwischen 30 und 64 Jahren war zuvor eine behandlungsresistente Depression diagnostiziert worden. Zudem waren sie umfassend untersucht sowie während und nach der Einnahme der Psilocybin-Kapseln beobachtet worden.

Ergebnisse mit Vorsicht zu geniessen

Der halluzinogen wirkende Stoff sei in der Untersuchung sicher und verträglich gewesen, schreibt das Team um Robin Carhart-Harris vom Londoner Imperial College im Fachjournal «Lancet Psychiatry». Zudem habe das Psilocybin die erhoffte Wirkung gezeigt: Bei allen Probanden hat sich die Depression über einen Zeitraum von mindestens drei Wochen verbessert. Sieben der Patienten hatten noch nach drei Monaten eine positive Reaktion gezeigt, bei fünf habe die Depression sogar über diesen Zeitraum hinaus nachgelassen.

Obwohl eine solche Ministudie die Wirksamkeit des Stoffs nicht statistisch belegen kann – dazu bräuchte es Untersuchungen mit hunderten Probanden – bezeichnet Carhart-Harris die Ergebnisse als eindrucksvoll. Gleichzeitig warnt er aber auch vor einer Selbstmedikation: «Ich möchte nicht, dass die Leute jetzt denken, dass sie Depressionen behandeln können, indem sie ihre eigenen Magic Mushrooms sammeln. Dieser Ansatz könnte riskant sein.»

Der Aufruf kommt nicht von ungefähr. So können Magic Mushrooms bei bestimmten Personen Psychosen auslösen. Weitere Nebenwirkungen sind Angststörungen und Panikattacken.

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