FCB gegen England: Magische Nächte und eine bittere Lektion

Publiziert

FCB gegen EnglandMagische Nächte und eine bittere Lektion

Der FC Basel hat einige Sternstunden gegen englische Teams erlebt. Unvergessen bleibt das 3:3 vor bald zwölf Jahren gegen Liverpool, den Champions-League-Gegner vom Mittwoch.

von
Kai Müller

Es war ein Abend im Spätherbst 2002, der den FC Basel und Liverpool auf ewig miteinander verband. Man schrieb den 12. November, als der englische Traditionsklub für das letzte Gruppenspiel der Champions League im St.-Jakob-Park gastierte und seinen Teil zum 90-minütigen Spektakel beitrug, das seither in der Geschichte des FCB einen prominenten Platz einnimmt.

Trotz des 1:1 im Hinspiel an der Anfield Road und der bedrohlichen Ausgangslage - Liverpool brauchte einen Sieg, um anstelle Basels die Zwischenrunde zu erreichen - gaben sich die Engländer nonchalant. Oder wie hatte Trainer Gérard Houllier vor dem Spiel gesagt: «Basel? Ich weiss nicht einmal, wo das liegt.»

Es dauerte keine halbe Stunde, ehe der Aussenseiter 3:0 führte, Rossi, Giménez, Atouba, Basel stand kopf. Dass der Favorit in der zweiten Halbzeit seinerseits dreimal traf, tat der Freude keinen Abbruch, denn der Punkt genügte dem FCB, um bei seiner ersten Teilnahme an der Königsklasse prompt die Gruppenphase zu überstehen. Tausende feierten die Mannschaft danach am Barfüsserplatz.

Die Exploits gegen Chelsea und ManU

Sportlich ähnlich wertvoll wie der Coup gegen die Reds waren die beiden Basler Siege in der vergangenen Saison gegen Chelsea. Nachdem Salah und Streller an der Stamford Bridge für die Wende zum 2:1 gesorgt hatten, war es wiederum Salah, der das Wiedersehen wenige Wochen später mit seinem 1:0 zu einem Fussballfest machte. Am Ende blieb dem FCB trotzdem nur Gruppenrang 3 hinter Chelsea und Schalke.

Basels 2:1-Coup an der Stamford Bridge. (Video: Youtube)

Sieg auch im Rückspiel: Basel gewinnt 1:0 dank Salah. (Video: Youtube)

Unvergessen bleiben auch zwei Basler Begegnungen mit Manchester United in der Gruppenphase der Champions League vor drei Jahren. Die Bebbi rangen dem englischen Rekordmeister im Old Trafford nach 0:2-Rückstand ein 3:3 ab, die Reprise gewannen sie dank Streller und Alex Frei gar 2:1, womit sie Manchester in die Europa League verbannten und erstmals in die K.-o.-Runde einzogen.

Basel erkämpft sich beim 3:3 in Manchester einen Punkt. (Video: Youtube)

Frei und Streller sichern den kapitalen 2:1-Sieg. (Video: Youtube)

Zuberbühlers fataler Fehler

Die aufgeführten Beispiele untermauern, was FCB-Captain Streller vor dem zweiten Gruppenspiel zu Hause gegen Liverpool vom Mittwoch sagt: «Mit dem technisch starken Fussball der Spanier haben wir unsere Probleme. Mit englischen Mannschaften, die mehr über die Physis kommen, kommen wir besser zurecht.»

Gerade die Heimbilanz gegen Teams von der Insel kann sich sehen lassen: 11 Spiele, 4 Siege, 3 Unentschieden, 4 Niederlagen. Trüber liest sich die Auswärtsbilanz: 11 Spiele, 1 Sieg, 4 Unentschieden, 6 Niederlagen.

Den vielleicht bittersten Abend gegen einen englischen Kontrahenten erlebte der FCB im Frühling 2006. Nach einem 2:0-Erfolg im Hinspiel des Uefa-Cup-Viertelfinals gegen Middlesbrough schoss Eduardo die Basler im Rückspiel früh in Front, der Halbfinal war ganz nah. Doch Boro schaffte das scheinbar Unmögliche und schoss die vier nötigen Tore. Das letzte in der 90. Minute und unter gütiger Mithilfe von Goalie Zuberbühler.

Basels bitteres 1:4 gegen Middlesbrough. (Video: Youtube)

Deine Meinung