Autobranche: Magna legt neues Konzept für Opel vor

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AutobrancheMagna legt neues Konzept für Opel vor

Der Autozulieferer Magna hat ein neues Übernahmekonzept für den angeschlagenen Autohersteller Opel vorgelegt. Das sagte der Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am Freitag in Berlin.

Das Konzept werde mit der US-Opel-Mutter General Motors (GM) verhandelt und gleichzeitig von der deutschen Regierung geprüft. Es sei aber noch nicht gesagt, «ob wir heute bereits zu einer Entscheidung kommen werden», sagte der Minister. Die Regierung hatte die Einigung auf ein neues Konzept zur Voraussetzung für ihre Treuhandlösung für Opel gemacht.

Keine Rettung um jeden Preis

Nach den Worten des stellvertretenden Regierungssprechers Thomas Steg will die Regierung keine Opel-Rettung um jeden Preis. Bei der Übernahme von Finanzierungsrisiken habe sie sich selbst bestimmte Grenzen gesetzt. Zusätzliche Risiken seien dem Steuerzahler nicht zu vermitteln. In den USA laufen angesichts der erwarteten Insolvenz des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) die Verhandlungen mit den Gläubigern auf Hochtouren.

Frist verstrichen

Am Freitagnachmittag kam in Berlin erneut die Opel-Arbeitsgruppe der deutschen Regierung zusammen. Eine Frist, die für eine Einigung der US-Seite mit potenziellen Investoren gesetzt worden war, war da bereits verstrichen. Steg hatte aber bereits deutlich gemacht, dass diese Frist nicht mehr eingehalten wird.

An der Arbeitsgruppe sind die Staatssekretäre des Wirtschafts-, Finanz- und Arbeitsministeriums beteiligt. Ein erstes Spitzentreffen mit allen Opel-Beteiligten war in der Nacht zum Donnerstag an neuen Geldforderungen von GM und fehlenden Sicherheiten für staatliche Hilfen gescheitert.

Im Bieterwettbewerb um Opel ist nur noch der österreichisch- kanadische Zulieferer Magna als ernstzunehmender Kandidat im Spiel. Der italienische Autohersteller Fiat teilte mit, nicht mehr an dem Krisentreffen im Kanzleramt teilnehmen zu wollen. Der Konzern erklärte dies mit der Entwicklung der Verhandlungen.

Die neuen Geldforderungen des Opel-Mutterkonzerns GM «würden Fiat dazu zwingen, Opel finanziell zu unterstützen und sich damit unnötigen und irrationalen Risiken auszusetzen», gab Fiat-Chef Sergio Marchionne bekannt. Er zeigte sich «überrascht und enttäuscht von den letzten Phasen der Verhandlungen». Fiat habe «keinen vollständigen Zugang zu finanziellen Schlüsselinformationen gehabt».

Keine Überraschung

Laut Steg kam die Absage Fiats nicht überraschend. Sie bedeutet laut Steg aber nicht, dass Fiat für immer als Interessent ausgeschieden ist und nicht mehr in Betracht komme. Auch Fiat selbst erklärte, für ein mögliches Übereinkommen mit GM und der Bundesregierung offen zu bleiben.

Steg sagte, ein neues Spitzentreffen mit Vertretern von GM, Opel, des US-Finanzministeriums und Investoren «kann und wird es nur dann geben, wenn die Beteiligten (...) etwas Substanzielles vorzulegen haben.» Die deutsche Regierung erwarte eine Absichtserklärung («letter of intent»).

(sda)

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