«Schon wieder hier?»: Magnete bei Altglas-Depot stellen heikle Fragen
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«Schon wieder hier?»Magnete bei Altglas-Depot stellen heikle Fragen

Die Zürcher Zentren für Suchtmedizin haben eine neue Kampagne gestartet. Sie soll dazu motivieren, sich mit dem eigenen Alkoholkonsum zu befassen.

von
ced

Wer seine leeren Flaschen in der Stadt Zürich brav in einer Altglas-Sammelstelle entsorgt, wird neuerdings ermahnt: «Hat das noch Stil?» oder «Wo führt das hin?» ist auf Magneten zu lesen, die an den blauen Containern haften.

Dabei handelt es sich um eine Kampagne der Zentren für Suchtmedizin (Arud). «Wir haben an 160 Orten in der Stadt Magnete verteilt», sagt Sprecherin Patrizia De Nicoli. Ziel sei es, dass Passanten durch die aufgedruckten Fragen ihren Alkoholkonsum hinterfragen.

Risikoreicher Alkoholkonsum weit verbreitet

Gemäss Schätzungen des Suchtmonitorings Schweiz weisen rund 22 Prozent der über 15-jährigen Schweizer Wohnbevölkerung einen risikoreichen Alkoholkonsum auf – doch bloss 10 Prozent suchen Hilfe. Dabei dauert es durchschnittlich 10 bis 15 Jahre, bis eine betroffene Person eine Beratung aufsucht. Genau auf dieses Problem will die Aktion ansprechen.

Die Sammelstellen seien gezielt als Trägerfläche gewählt worden, da dort der Kontext gegeben sei – denn egal, ob Whisky, Merlot oder Alcopop, die Flasche lande im Altglas. De Nicoli: «Zudem sind Container optimal für Magnete und diese können ohne Weiteres wieder entfernt werden.» Das sei auch die Idee. «Wir beabsichtigen, dass die Leute die Magnete mit nach Hause nehmen und zum Beispiel am Kühlschrank anbringen.»

Keine moralisierenden Formulierungen

Dass nicht alle mit den insgesamt zwölf Fragen konfrontiert werden wollen, sei klar. «Das ist ein heikles Thema», sagt De Nicoli. Bei der Fragestellung habe man jedoch extra darauf geachtet, dass keine wertenden und moralisierenden Formulierungen verwendet wurden.

Die Aktion findet im Vorfeld der Thementage zum Alkoholkonsum statt, welche die Arud vom 20. bis 22. Oktober veranstaltet. Sie ergänzen die Sensibilisierungsmassnahmen der Arud zu Risiken des Alkoholkonsums.

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