17.09.2020 02:55

«Horizontaler Lift für die Stadt»Magnetschwebebahn soll dem Stau den Garaus machen

Autonom, leise, mit bis zu 150 Kilometer pro Stunde und im 80-Sekunden-Takt. Mit einer Schwebebahn soll Basel attraktiver für Unternehmen gemacht werden. Doch das ist nur ein Teil des milliardenschweren Konzepts, das die Organisation Plan Basel in einem aufwendigen Video präsentiert.

von
Steve Last

So soll die Wirtschaftsstadt der Zukunft aussehen, mit Magnetschwebebahn, Park and Ride und ausgebauter S-Bahn.

Plan Basel

Darum gehts

  • Stau und überfüllter ÖV zehren nicht nur an den Nerven der Verkehrsteilnehmer, sie verschlechtern auch die Standortattraktivität für Unternehmen.
  • Die einen wollen den ÖV ausbauen, die anderen die Autobahnen. Der Thinktank Plan Basel schlägt ein ganz anderes Konzept vor.
  • Mit einer Kombination von S-Bahn-Ausbau, Magnetschwebebahn und Park-and-Ride-Anlagen soll dem Problem der Verkehrsdichte die Stirn geboten werden.

Für rund eine Milliarde Franken soll in Basel ein neues Verkehrskonzept entstehen. Die Organisation Plan Basel schlägt vor, eine Magnetschwebebahn um die Stadt zu bauen, bei der autonome Wagons im 80-Sekunden-Takt die Haltestellen bedienen. Dies berichtet die «Basler Zeitung». Damit sollen volle Trams der Vergangenheit angehören und der öffentliche und der Strassenverkehr entflochten und entlastet werden. Für die Schwebebahn ist ein eigenes Trassee angedacht, das teilweise unterirdisch verlaufen soll.

Die Schwebebahn, die die erste ihrer Art in der Schweiz wäre, ist jedoch nur ein Teil eines viel grösseren Konzepts, das die Stadt fit für die Bedürfnisse von Unternehmen machen soll. «Zuziehende Firmen suchen in der Stadt Nähe zu Life Sciences, während sich Stau negativ auf die Standortgunst auswirkt», sagt Oliver Bippus von Plan Basel. Durchmesserlinie? Autobahnausbau? Derzeit bestehe viel Unsicherheit, was wann realisiert werde.

Konkret und anpassungsfähig

In einem ersten Schritt soll das S-Bahn-Netz ausgebaut werden. Einzelne Stationen könnten innert weniger Jahre gebaut werden, sagt Bippus. Beim Ausbau der Autobahnen rechnet er hingegen mit rund zwei Dekaden. Zudem soll das Verkehrkonzept nicht als Grossprojekt daherkommen: «Je nach Entwicklung und Bedarf kann es teilweise und in Koordination mit anderen Vorhaben realisiert werden», hält Bippus fest.

Stehe die Verkehrsanbindung erst mal, sei der Weg offen für die Entwicklung von dicht bebauten Wirtschaftsgebieten. Als Beispiel führt er das Wolf-Areal zwischen dem Bahnhof SBB und dem St.-Jakob-Park auf, wo ein kleines Manhattan entstehen könnte. Dieses Potenzial wolle er aufzeigen, und «dort würden Hochhäuser am wenigsten stören», sagt Bippus der BaZ.

Die Kantonsregierung hat sich zu den hochtrabenden Plänen des Thinktanks noch nicht geäussert.

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45 Kommentare
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genau

17.09.2020, 06:54

die eine mrd ist dann aber nur der basispreis für das grundgerüst. ähnlich dem berliner airport...

Baba Milunika

17.09.2020, 06:50

Spannend! Ich bin übrigens eher fürs sich teleportieren, aus ökologischen Gründen,) und so hätte ich das Gefühl endlich in der Zukunft angekommen zu sein...statt in Stau & Staub fest zu stecken 🤪 Spass beiseite, es bedarf tatsächlich neue Ideen, Konzepte weil die Lösungen aus der Notlage heraus oft keine guten sind.

Joggerin

17.09.2020, 06:49

Magnetfelder sind doch krebserregend??? Das kann Folgen haben, oder wassagen wohl Gesundheitsämter und Forscher dazu?