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Insekten-InvasionMaikäfer plagen Bauern und Hobbygärtner

Sie fressen die Bäume kahl: Dieses Jahr droht eine ungewöhnlich starke Maikäferplage. Den grössten Schaden werden allerdings ihre Larven im kommenden Jahr anrichten.

von
Janko Skorup/Deborah Sutter

Maikäfer-Plage: «Sie frassen die Bäume weg».

Der Bauer Franz Schildknecht traute seinen Augen kaum: Tausende Maikäfer fallen in Bischofszell TG über Eichen, ­Buchen und Ahorne her und machen sich gegenseitig die Blätter streitig. Die Folge: An der Landspitze, wo die Sitter in die Thur fliesst, sind die Bäume völlig kahl gefressen.

«So schlimm habe ich die Maikäfer noch nie erlebt», sagt Schildknecht sichtlich betroffen. Christian Schweizer von Agroscope, der Schweizer Forschung für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt, bestätigt ein starkes Maikäferjahr: «In den nächsten Tagen kommt es zum Höhepunkt. Dann werden Abertausende von Käfern im Urnerland, im Thurgau und im Bündnerland herumschwirren.» Das ganze Ausmass der Schäden werde man erst ­einschätzen können, wenn die Fachleute sehen, wie viele ­Käfer tatsächlich unterwegs seien.

Die grössten Schäden werden Bauern und Hobbygärtner aber ohnehin erst nächstes Jahr zu spüren bekommen: «Dann werden die Larven der heute aktiven Käfer Gräser- und Obstbaumwurzeln, aber auch Teile von Kartoffeln und Karotten fressen», erklärt Hermann Brenner von der Pflanzenschutzstelle der BBZ Arenenberg. Franz Schildknecht bereitet das grosse Sorgen: «Die Larven werden mir wohl die halbe Heuernte wegfressen – und ich kann nichts dagegen tun.»

Käfer morgens runterschütteln

Hermann Brenner von der BBZ Arenenberg erklärt, wie man die Maikäferplage als Hobbygärtner eindämmen kann: «Da Maikäfer nur abends aktiv sind und sich dann auf die Bäume setzen, reicht es normalerweise, wenn man sie morgens von den Ästen schüttelt und einsammelt.» Bei den besonders schädlichen Larven, den Engerlingen, wird es schwieriger: Die Forschung arbeitet an einem Pilz, der die Engerlinge befallen und töten soll.

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