Kosmetikstudio in Bülach: «Mail-Adressen haben gefehlt» – Corona-Strafbefehl von 930 Franken
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Kosmetikstudio in Bülach«Mail-Adressen haben gefehlt» – Corona-Strafbefehl von 930 Franken

Die Inhaberin eines Beauty-Salons hat laut Strafbefehl die Kontaktdaten ihrer Kunden nicht vollständig erfasst. Nun muss sie eine Busse in Höhe von 500 Franken sowie Gebühren von 430 Franken bezahlen.

von
Monira Djurdjevic
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Boryana Frey ist die Inhaberin der Beauty Lounge BDM in Bülach. 

Boryana Frey ist die Inhaberin der Beauty Lounge BDM in Bülach.

Kürzlich hat die 43-Jährige einen Strafbefehl erhalten. Insgesamt 930 Franken muss sie bezahlen.

Kürzlich hat die 43-Jährige einen Strafbefehl erhalten. Insgesamt 930 Franken muss sie bezahlen.

Wie im Strafbefehl steht, ist sie als Betreiberin eines öffentlich zugänglichen Studios verpflichtet, die Kontaktdaten der anwesenden Personen aufgrund der besonderen Lage zu erheben.

Wie im Strafbefehl steht, ist sie als Betreiberin eines öffentlich zugänglichen Studios verpflichtet, die Kontaktdaten der anwesenden Personen aufgrund der besonderen Lage zu erheben.

Darum gehts

  • Die Inhaberin eines Kosmetikstudios in Bülach hat einen Strafbefehl erhalten. Die Frau muss insgesamt 930 Franken bezahlen.

  • Der Grund: Laut Strafbefehl wurden nicht alle zwingend erforderlichen Kontaktdaten der Kunden erhoben.

Seit rund eineinhalb Jahren betreibt Boryana Frey die Beauty Lounge BDM in Bülach. Mit viel Liebe hat die 43-Jährige das Kosmetikstudio an der Winterthurerstrasse eingerichtet. «Ich bin vor Jahren aus Bulgarien in die Schweiz gekommen und habe mir alles selber aufgebaut», sagt sie bei einem Besuch. Doch nun hat Frey einen Strafbefehl erhalten. Insgesamt 930 Franken muss sie bezahlen.

Wie im Strafbefehl steht, ist sie als Betreiberin eines öffentlich zugänglichen Studios verpflichtet, die Kontaktdaten der anwesenden Personen aufgrund der besonderen Lage zu erheben. «Indem die Beschuldigte eine Kontaktdatenliste führte, welche die zwingend erforderlichen Kontaktdaten wie Name, Vorname, Wohnort und Telefonnummer ihrer Kunden nicht umfasste, hielt sie ihre Verpflichtungen nicht ein», heisst es.

Dem widerspricht Frey: «Ich habe die zwingend erforderlichen Kontaktdaten sorgfältig erfasst.» Einzig die Mail-Adressen einzelner Kunden haben laut Frey gefehlt. Grund dafür: «Nicht alle meine Kunden besitzen eine Mail-Adresse.» Das habe sie den Behörden nach der Kontrolle im September versucht zu erklären. «Das hat aber niemanden interessiert», sagt Frey.

«Die knapp 1000 Franken könnten mich in den Ruin treiben»

Dass die Behörden wegen der Pandemie und den aktuell geltenden Corona-Massnahmen Stichproben in den einzelnen Betrieben durchführen, findet die 43-Jährige zwar in Ordnung. «Dass wir Selbstständige aufgrund solcher Bagatellen mit dermassen hohen Bussen bestraft werden, verstehe ich hingegen nicht.» Das sei in der jetzigen Situation wirtschaftlich betrachtet völlig kontraproduktiv, so Frey. «Ich versuche, wie viele andere auch, meinen Betrieb aufrechtzuerhalten und über die Runden zu kommen. Die knapp 1000 Franken könnten mich aber in den Ruin treiben.»

Die Busse in Höhe von 500 Franken sowie die Gebühren von 430 Franken will Frey nun in Raten abzahlen, wie sie sagt. «Ich weiss nicht, wie ich den Betrag sonst bezahlen soll. Ich habe wegen Corona kaum Einnahmen, aber trotzdem Kosten.»

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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