Mailand - San Remo lanciert die Strassensaison
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Mailand - San Remo lanciert die Strassensaison

Die Strassenprofis sind zwar schon seit Januar wieder am Werk, so richtig lanciert wird aber die neue Saison erst am Samstag mit dem Rennen Mailand - San Remo. Auf den ersten Klassiker folgen weitere Höhepunkte Schlag auf Schlag.

Befindet sich der Profiradsport auf dem Wege der Genesung? Zu diesem Schluss könnte man kommen, nachdem Dopingmeldungen in den vergangenen Wochen spärlich geblieben waren. Dafür sorgte der Zwist zwischen dem Weltverband UCI und den drei grossen Veranstaltern, insbesondere die Amaury Sport Organisation (ASO) in Frankreich, mit Strafandrohungen für Unruhe. Der Grossteil der Sportgruppen, die Mitte März an der Mehretappenfahrt Paris - Nizza teilnahmen, haben Verträge für weitere unter der ASO-Ägide stehende Rennen abgeschlossen, womit die UCI (zumindest auf den ersten Blick) als Verlierer dasteht.

Die Tendenz zur Mondialisierung des Strassenrennsports hat nichts daran geändert, dass die klassischen Eintagsrennen und die grossen Rundfahrten im Mittelpunkt des Interesses stehen. Der Auftakt erfolgt am Ostersamstag mit Mailand - San Remo, in dem sich in der Regel ein Sprinter oder ein Allrounder durchsetzt. Im Vergleich zu früher mussten zwei Streckenänderungen vorgenommen werden. Wegen eines nicht befahrbaren Tunnels an der ligurischen Küste wurde eine zusätzliche Steigung eingebaut, und das Ziel an der Via Roma in San Remo musste infolge Bauarbeiten verlegt werden.

Anfang April stehen jene Rennen an, für die sich Fabian Cancellara besonderes vorbereitet: die Flandern-Rundfahrt, in der die Fahrer wieder den berüchtigten Koppenberg zu bewältigen haben, und Paris - Roubaix mit den rund 55 km langen Pflasterstein- Abschnitten. Die Flêche Wallonne leitet dann zu Lüttich - Bastogne - Lüttich über, das als anspruchsvollstes unter den klassischen Eintagsrennen gilt. Das Sprinter-Festival Paris -Tours und die Lombardei-Rundfahrt bilden im Oktober den Abschluss der Klassiker- Serie. Einen Sonderstatus haben das olympische Strassenrennen in Peking sowie die Weltmeisterschaft in Varese (It).

Die Veranstalter des Giro d'Italia haben am bewährten Muster festgehalten, die grössten Schwierigkeiten in die dritte Woche einzubauen. In den Dolomiten und den Alpen werden die Fahrer ein enormes Pensum an Bergstrecken zu bewältigen haben. Die Organisatoren der Spanien-Rundfahrt sind sogar auf Steigungen gestossen, die bisher noch nie befahren wurden. Ausserdem scheinen sie geneigt, die Vuelta wieder im April auszutragen.

Von der Bedeutung her unerreicht bleibt die Tour de France, die in der Bretagne beginnt, diesmal nur zwei Tage in den Pyrenäen bleibt und die Fahrer während vier Tagen in den Alpen der Nagelprobe unterzieht. Nachdem der Ruf der Tour in den vergangenen Jahren durch Dopingskandale und Fahrerstreiks grossen Schaden genommen hat, versuchen die Veranstalter mit sorgfältiger Auswahl der Teams und deren Fahrer, der bedeutendsten Rundfahrt der Welt wieder zu grösserem Ansehen zu verhelfen.

(si)

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