Bundesliga: Mainz ledert die Bayern ab

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BundesligaMainz ledert die Bayern ab

Das Märchen des FSV Mainz geht weiter. Auch in der 6. Runde der 1. Bundesliga gewann der Aussenseiter und steht weiterhin an der Tabellenspitze. Der sechste Erfolg war der überraschendste: Mainz siegte auswärts gegen Meister Bayern München 2:1.

Frank Ribéry rotzt, Fussball total boten die Bayern in dieser Saison noch nicht - Mainz führt die Liga an.

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Am Ende ging für Bayern auch Plan B nicht auf: in den letzten Minuten stürmte Innenverteidiger Daniel Van Buyten durch den Mainzer Strafraum. Schon oft hatte der Belgier den Bayern auf diese Weise in extremis Punkte gerettet. Zuletzt am vergangenen Dienstag mit dem Siegestor in der Nachspielzeit in Hoffenheim.

Diesmal blieb ihm ein Treffer verwehrt. Mainz' Goalie Christian Wetklo lenkte in der letzten Minute den Schuss Van Buytens über die Latte. Drei Tage vor dem Auftritt in Basel in der Champions League leistete sich Bayern einen weiteren Fehltritt. Nach dem dritten sieglosen Heimspiel in Folge ist das Handicap der Meister auf Mainz auf zehn Punkte angewachsen - und in der nächsten Runde steht der Gang zum Tabellenzweiten Dortmund im Programm.

Der Aussenseiter aber jagt nun sogar einen 15 Jahre alten Rekord der Bayern. 1995/96 waren die Münchner mit sieben Siegen in die Saison gestartet. Am kommenden Wochenende können die Mainzer den Rekord im Heimspiel gegen Hoffenheim egalisieren. Nach dem sensationellen Start denken einige in Fussball-Deutschland jedoch bereits weiter. «Ich traue Mainz viel zu, sie können auch Meister werden. Das hat Kaiserslautern geschafft, warum nicht auch Mainz», sagte Bayerns Coach Louis van Gaal nach dem Spiel.

Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel spielte verbal eher defensiv: «Wir fühlen uns jetzt nicht grösser als wir sind. Spontan fehlen mir ein wenig die Worte.» Wie weit der 37-Jährige, der kurz vor der letzten Saison Jörn Andersen abgelöst hatte, sein Team spielerisch gebracht hat, dokumentierten die beiden Tore in München. Sami Allagui düpierte die Münchner Abwehr mit einem sehenswerten Absatzkick (15.), der Ungar Adam Szalai schoss in der 77. Minute das Siegestor nach einem Angriff über die rechte Seite mit einem Schuss aus der Drehung. Dass die Mainzer in ihrem Ensemble Qualität mit Quantität vereinen, offenbarte ein Blick auf das Matchblatt. Gegenüber der Partie vom Dienstag gegen Köln (2:0) stellte Tuchel das Team auf fünf Positionen um.

In diesen ersten Wochen der neuen Saison kann bloss Borussia Dortmund mit Mainz Schritt halten. Das 3:1 bei Aufsteiger St. Pauli war der fünfte Sieg im sechsten Spiel. Die Borussia trat in Hamburg wie ein Spitzenteam auf und siegte verdient, auch wenn es die Entscheidung erst nach der Pause herbeiführte. Für das junge Ensemble schossen ein 21-Jähriger (Shinji Kagawa) und ein 22- Jähriger (Kevin Grosskreutz/2) die Tore. Nuri Sahin, ein weiterer Jungstar, traf nur den Pfosten. Der Deutsch-Türke ist erst 22 Jahre alt mit 111 Bundesliga-Spielen aber schon ein Routinier im Team von Trainer Jürgen Klopp.

Anders als bei der wiedererstarkten Borussia klafft bei Stuttgart und Schalke noch immer ein riesiges Loch zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Schalke kam gegen Mönchengladbach dank seiner hochkarätigen Angreifer Klaas-Jan Huntelaar und Raúl immerhin noch zu einem 2:2 und zum vierten Punkt, der VfB dagegen ist wieder ganz unten. Beim 1:4 zuhause gegen Bayer Leverkusen war das Team von Christian Gross chancenlos. Früh dezimiert (Rot gegen Camoranesi) waren die Schwaben trotz viel Willen nicht imstande, den frühen 0:2- Rückstand zu korrigieren. Bei drei von vier Leverkusener Toren waren Schweizer beteiligt. Tranquillo Barnetta gab die Freistoss-Flanke zum ersten Tor, später gelangen Eren Derdiyok zwei Assists.

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(si)

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