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China exportiert GlarnertüechliMaja Bajevic im Kunsthaus Glarus

Im Kunsthaus Glarus ist die bosnisch-französische Künstlerin Maja Bajevic zu Gast. Eine eigens für diese Ausstellung entstandene Installation beschäftigt sich mit der Glarner Textilgeschichte. Die Schau dauert vom 6. September bis 22. November.

«Export/Import» heisst die Arbeit, welche die einstigen Handels- und Produktionsverhältnisse im Glarnerland der heutigen Situation des globalen Marktes gegenüberstellt. Die Künstlerin gab dafür einer chinesischen Firma den Auftrag, historische Glarner Textilien in Form von Malereien auf Leinwand zu reproduzieren.

Damit provoziert Bajevic gewissermassen eine Umkehrung der Werte: Während die Textilprodukte im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert im Glarnerland produziert und nach Übersee exportiert wurden, findet nun das Gegenteil statt. Die Ware entsteht in China und wird von dort nach Glarus geliefert.

Weitere Themen der Künstlerin sind die Migration («Le voyage», 2006), die im Zusammenhang mit der Globalisierung entfachte Diskussion über Identität und Heimat («Avanti popolo», 2002) oder der Missbrauch von Macht und Religion.

Auf dem internationalen Parkett ist die 42-jährige Maja Bajevic keine Unbekannte. Ihre Werke zeigte sie unter anderem an der Documenta 12 in Kassel (2007), an der Biennale in Venedig (2003), an der Instanbul Biennale (2001) und an der Manifesta 3 in Ljubljana (2000). (sda)

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