Konzert: ZH, Fr & Sa, 8.02. & 9.02: Majestätisch
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Konzert: ZH, Fr & Sa, 8.02. & 9.02Majestätisch

Er ist der absolute Walzerkönig. Seine Geigenmusik gilt als märchenhaft. Und so ist auch das Leben des grossen André Rieu.

Es war einmal in Maastricht, vor vielen, vielen Jahren. In einer behüteten Musikerfamilie kommt der begehrte, schöne und einzigartige Zauberviolinist André Rieu im Zeichen der Waage zur Welt. Das Hause Rieu wiegte ihn schon damals im Takte der klassischen Musik: Sinfonien, Opern, Kammermusik – all die lieblichen Klänge saugte Klein-André bereits mit der Muttermilch auf. Wen wundert es da, dass er schon als Dreikäsehoch Geigenunterricht erhalten hat? Doch dem Ärmsten ward es nicht leicht gemacht. Mehr als die Musik verzauberte ihn nämlich seine Lehrerin, eine regelrechte Prinzessin. «Am Anfang hatte ich im Unterricht grosse Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren. Meine Geigenlehrerin war nämlich dermassen bildschön und blond, dass ich mich auf den ersten Blick in sie verliebte und sie lieber stundenlang anstarrte, statt ihre Anweisungen zu befolgen», so klagt der André. Doch der Zauber der Musik siegte über die weibliche Versuchung, und so wurde aus dem Geigen-Prinz ein wahrhaftiger König. Ein König mit einer Mission. Denn die klassische Musik lag ihm derart am Herzen, dass es ihn sehr traurig stimmte, dass in diesen dunklen Zeiten ein Mantel des Dünkels über die klassische Musik gelegt wurde: «Diese gekünstelt-feierliche Atmosphäre, die man bei klassischen Konzerten vorfindet und die viele Leute davon abhält, ein solches Konzert zu besuchen, wird man bei mir vergeblich suchen», verkündete der Violinenvirtuose. So wurde der André ein König des Volkes: «Mitschunkeln, mitsummen, klatschen, springen – erlaubt ist, was gefällt.» Der Erfolg gab ihm recht.

Schon bald füllte er die Fussballstadien seines Vaterlandes mit seinem Walzer-Pomp. Und unermüdlich wie ein Duracell-Häschen – einfach mit einer Violine statt einer Trommel – eroberte er neue Länder: Deutschland, Frankreich, Italien, die Walzer-Heimat Österreich, die USA, Australien – in Rieus Reich, genau wie in seiner Musik, ging die Sonne nie unter. Die Waffen, mit denen er die Länder unterwarf, waren seine uneingeschränkte Liebe zur Musik und seine Stradivari: «Der Klang dieses Instrumentes ist so romantisch, so lieb, so warm», schwärmte der André. Und sein Violinenbogen war wohl bespannt mit Einhorn-Haar.

Was ein echter König ist, hat natürlich ein Schloss. Damit er sich auch als solcher fühlen konnte, baute er das Walzer-Schloss Schönbrunn im Massstab eins zu eins aus Styropor nach und nahm es gleich als Kulisse mit auf seine Stadiontournee rund um die Welt: Der Golden Retriever der klassischen Musik hatte es halt gerne pompös. Und genau so war auch seine eigentliche Geheimwaffe, sein Lächeln. Wenn er zwischen den Stücken mit Spässen die Freundschaft zu seinem Publikum pflegte und sogar mit der Zuhörerschaft klamaukte, dann strahlte er wie ein Honigkuchenpferd in die Stadien. Und viele Damen, die einst selbst davon träumten, ein Burgfräulein zu werden, konnten diesem Lachen nicht widerstehen: Wenn der König seine Fidel auspackte, hätten sie sogar zu Prinzen wie Sean Connery oder George Clooney nein gesagt.

Und wenn der König nicht gestorben ist, so lebt er noch heute. Das tut er tatsächlich, sonst würde er seinen hiesigen Untertanen ja kaum im Februar gleich zwei Audienzen im ehrwürdigen Hallenstadion gewähren – allerdings ohne sein wunderbares Styropor-Schloss. Es ist leider zu gross für den Oerlikoner Eishockey-Tempel.

Niklaus Riegg

André Rieu

Datum: Fr, 8. Februar 2008 & Sa, 9. Februar 2008

Zeit: 20.00 Uhr

Ort: Hallenstadion, Zürich

Preise: Sitzplätze: Kat. 1: 110.- / Kat. 2: 90.- / Kat 3: 80.- / Kat. 4: 70.- / Kat. 5: 60.-

Aktuelles Album: «New York Memories» (Universal)

Veranstalter: GOOD NEWS concerts

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