Munitionsrückgabe: Major ruft zum Ungehorsam auf
Aktualisiert

MunitionsrückgabeMajor ruft zum Ungehorsam auf

Spätestens bis Anfang Jahr hätten alle Armeeangehörigen ihre Taschenmunition abgeben müssen. Alle? Major und Auns-Mitglied Werner Gartenmann aus Matten BE verweigert den Gehorsam.

von
Patrick Marbach

«Ich nehme in Kauf, dass ich mich strafbar mache und polizeilich verfolgt werde», sagt Major Gartenmann (45). Das sind ungewohnte Töne von einem Oberländer Gemeinderat und stellvertretenden Geschäftsführer der Auns. Aber seit nach mehreren Amokläufen mit Armeewaffen an alle Wehrmänner der Befehl erging, ihre Taschenmunition zurückzugeben, läuft er Sturm: «Es geht nicht, dass man Soldaten als potenzielle Selbstmörder und Kriminelle hinstellt.» Bis jetzt widersetzt sich Gartenmann als Einziger: «Ich weiss aber sogar von hochrangigen Militärs, die ihre Muni­tion behalten. Das geht ganz leicht, indem man angibt, man habe sie verloren.»

Ganz so einfach ist es laut Armeesprecher Christian Burri nicht: «Falls den Dienstleistenden Munition abhanden gekommen wäre, hätten sie sofort ein Verlustformular ausfüllen oder einen Polizeirapport erstellen lassen müssen.»

Bis Anfang Dezember wurden von den insgesamt 257 000 Munitionsbüchsen rund 60 000 nicht zurückgegeben. «Sobald wir den Datenabgleich abgeschlossen haben, wissen wir, wie viele jetzt noch fehlen», sagt Burri. Darauf werde das Mahnverfahren eingeleitet. Wer die Rückgabe dann noch verweigere, müsse mit einer Disziplinaruntersuchung rechnen.

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