Malaysische Gefängniswärter exerzieren Prügelstrafe auf Schulhöfen
Aktualisiert

Malaysische Gefängniswärter exerzieren Prügelstrafe auf Schulhöfen

Mit einer drastischen Demonstration will Malaysia Kinder und Jugendliche davon abschrecken, Straftaten zu begehen: Gefängnisaufseher führen auf Schulhöfen an einer Attrappe vor, wie die Prügelstrafe vollzogen wird.

Dazu werden Bilder von den Wunden gezeigt, die die Schläge echten Delinquenten zufügen.

In einer Schule der nordmalaysischen Stadt Taiping sahen rund 600 Schulkinder im Alter von 9 bis 12 Jahren zu, wie Gefängnisaufseher Jigeira Singh mit einem Rattanstock auf eine lebensgrosse Puppe einschlug, die auf ein Holzgerüst gebunden war. Er erklärte den Kindern, dass er ausgebildet worden sei, den Stock mit einer Geschwindigkeit von 160 Kilometern in der Stunde auf den Körper zu schlagen. Der Aufschlag solle einem Gewicht von mindestens 90 Kilogramm entsprechen. In malaysischen Zeitungen am Donnerstag veröffentlichte Fotos zeigten, wie einige Kinder sich Tränen aus den Augen wischten und vor Jigeira zurückwichen, als er auf den Dummy einschlug.

Die Demonstration gehörte zu einer Kampagne gegen Bandenkriminalität an Schulen. Auch vor extremen Fällen von Misshandlungen - in einem Fall wurde ein Schüler von Mitschülern umgebracht - soll so gewarnt werden. Die Prügelstrafe kann von Richtern bei mehr als 40 Straftaten verhängt werden. Der Minister für innere Sicherheit, Noh Omar, hat angekündigt, dass sie den Kindern jeder Schule in Malaysia vorgeführt werden soll. Während Sprecher von Justizbehörden die Idee als wirksame Abschreckung bezeichnen, befürchten Menschenrechtsaktivisten, dass Kindern damit traumatische Erlebnisse zugefügt werden. (dapd)

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