Malediven: Wieder heile Welt im Urlaubsparadies
Aktualisiert

Malediven: Wieder heile Welt im Urlaubsparadies

Allzu zögerlich kehren die Touristen nach dem Tsunami auf die Malediven zurück. Das sorgt im Paradies für Nervosität.

«Sie möchten einen Termin?», fragt die Dame im Spa auf Sun Island. «Wann immer Sie möchten.» Es ist ruhig auf der Insel im Ari-Atoll. Zu ruhig, wie Mustafa Lufti findet. Der maledivische Tourismus-Minister ist nervös. «Bleiben die Gäste weiterhin aus, werden die wirtschaftlichen Spätfolgen für uns desaströs. Wir müssen ihnen klarmachen, dass es keinen Grund gibt, uns fernzubleiben.» Um die Devisenbringer zu überzeugen, startet das Ferienparadies eine mächtige Informationsoffensive: Es lädt Journalisten ein, berichtet unermüdlich von den 200 Millionen Dollar, die in Wiederaufbau und Sicherheit investiert werden und bemüht sich mit einem tadellosen Service, eine heile Welt zu beschwören.

Kein Wunder: 33 Prozent des Bruttoinlandprodukts stammen aus dem Tourismus. Aber die psychologische Barriere hemmt noch immer viele Besucher. Anstelle von über 90 Prozent beträgt die Auslastung zurzeit offiziell 60 Prozent – was eher optimistisch scheint. Die tödliche Welle hat den Respekt vor der Natur geschürt. Und dass die Menschenrechtssituation kritisch ist, erhöht die Solidarität mit dem Staat nicht allerorts.

«Die Buchungen nehmen wieder zu, aber langsam», erklärt Randolph Perera, Managing Director der Hotelkette Villa Hotels & Touristik. Grossveranstalter wie Hotelplan bestätigen den Aufwärtstrend. Für die Malediven bleibt aber nicht nur zu hoffen, dass er anhält. Sondern auch, dass die wiederkehrenden Touristen dem Naturparadies jenen Respekt entgegenbringen, den es schon lange verdient hätte.

Claudia Schlup

Malediven

Mit zirka hundert Toten, darunter drei Touristen, kamen die Malediven beim Tsunami relativ glimpflich davon. Viele Inseln wurden von der Katastrophe verschont.

Zurzeit sind 67 der 87 Touristen-Resorts in Betrieb, darunter vier der fünf erwähnten Villa-Hotels-Resorts.

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