Aktualisiert 01.06.2004 00:25

Malerstreik: Die Front der Arbeitgeber bröckelt

Überraschende Wende im Maler- und Gipserstreik: Jetzt fordern auch Arbeitgeber die Wiederaufnahme von Verhandlungen. Damit stellen sie sich gegen den Krienser Hardliner Enrico Ercolani.

Ihn führt die Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) seit Wochen öffentlich als Scharfmacher auf Arbeitgeberseite vor. Enrico Ercolani (62) präsidiert den Malermeisterverband Luzern und Umgebung. Seinem unnachgiebigen Kurs ist das klare Nein der Arbeitgeber zum neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) zuzuschreiben.

Weil nun ein vertragsloser Zustand herrscht, ist den Dumpinglöhnen Tür und Tor geöffnet, zumal ab heute Dienstag auch die Personenfreizügigkeit mit der EU gilt. Das ermöglicht es ausländischen Unternehmern, auch in der Schweiz zu arbeiten.

«Das können wir nun nicht auch noch gebrauchen. Darum wollen wir möglichst rasch neue GAV-Verhandlungen», sagt André Mettler (33), Vorsitzender der Geschäftsleitung der MVM AG in Emmen und mit 145 Stellen der Marktleader der Branche in der Innerschweiz. Mettler sucht nun weitere Patrons, die sich öffentlich auf seine Seite schlagen.

Maler-Präsident Enrico Ercolani stünde damit im Abseits. Der gibt sich zwar gesprächsbereit, will aber «nicht über die Frühpensionierung verhandeln». Giuseppe Reo (40) von der GBI Zentralschweiz: «Wenn nicht über diese für uns zentrale Frage verhandelt wird, machen neue GAV-Verhandlungen keinen Sinn.»

Urs Dossenbach

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