Aktualisiert 05.07.2012 20:31

Militäreinsatz geplantMali will gegen Islamisten vorgehen

Nach einer Demonstration in der Hauptstadt Bamako hat sich das malische Parlament dafür ausgesprochen, im Norden des krisengeschüttelten Landes militärisch gegen die Islamisten vorzugehen.

Das Parlament in Mali hat sich angesichts der unruhigen Lage im Norden des Landes für einen Militäreinsatz ausgesprochen. In einer Erklärung forderte die Nationalversammlung in Bamako am Mittwochabend die «Wiederherstellung der territorialen Integrität» und rief das «gesamte malische Volk zum Widerstand gegen die Besatzung» auf.

Zuvor hatten rund 2000 Menschen in Bamako für eine Befreiung des Nordens von den Islamisten demonstriert. Der UNO-Sicherheitsrat drohte den Kämpfern in einer Resolution mit Sanktionen. Die am Donnerstag verabschiedete Resolution verurteilt die jüngste Verwüstung historischer Stätten in Timbuktu durch die Extremistengruppe Ansar Dine.

Jeder, der Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM) unterhalte, müsse auf eine schwarze Liste gesetzt werden, hiess es weiter. Zudem äusserte der Weltsicherheitsrat Besorgnis über die humanitäre Lage in Mali und forderte eine Wiederherstellung der verfassungsgemässen Ordnung nach dem Militärputsch vom 21. März.

Verschiedene islamistische Rebellengruppen kontrollieren derzeit den Norden Malis und damit eine Fläche, die grösser als ganz Frankreich oder der US-Bundesstaat Texas ist. Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündeten Gruppen brachten das Gebiet nach dem Sturz der Regierung in Bamako im Zuge eines Militärputsches unter ihre Kontrolle.

In den vergangenen Tagen hatte die Zerstörung mehrerer zum Weltkulturerbe zählender Heiligtümer in der Stadt Timbuktu weltweit für Entsetzen gesorgt. Zudem verminten Islamisten die strategisch wichtige Stadt Gao. Dort brach unterdessen zudem die Cholera aus. (sda)

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