Neue Regeln für Saison 2020: Mallorca verbietet den Sauftourimus
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Neue Regeln für Saison 2020Mallorca verbietet den Sauftourimus

Kein Pubcrawling mehr, keine Happy hours, kein Balconing: Die Balearenregierung hat ein neues Gesetz verabschiedet, um die Exzesse am Ballermann endlich in den Griff zu kriegen.

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Am 17. Januar 2020 hat die Regionalregierung der Balearen ein Gesetz verabschiedet, das den Verkauf und Konsum von Alkohol auf den spanischen Ferieninseln streng reglementiert.

Am 17. Januar 2020 hat die Regionalregierung der Balearen ein Gesetz verabschiedet, das den Verkauf und Konsum von Alkohol auf den spanischen Ferieninseln streng reglementiert.

Keystone/Ennio Leanza
So dürfen unter anderem All-Inklusive-Hotels nur noch zu den Mittags- und Abendmahlzeiten je drei alkoholische Getränke umsonst anbieten.

So dürfen unter anderem All-Inklusive-Hotels nur noch zu den Mittags- und Abendmahlzeiten je drei alkoholische Getränke umsonst anbieten.

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Das Pubcrawling, also die Kneipentouren zu einem Festpreis, ist nicht mehr erlaubt.

Das Pubcrawling, also die Kneipentouren zu einem Festpreis, ist nicht mehr erlaubt.

Keystone/Ennio Leanza

Die Regionalregierung der Balearen hat am Freitag ein Gesetz verabschiedet, das den Verkauf und Konsum von Alkohol in einigen Gegenden auf den spanischen Ferieninseln künftig streng reglementiert.

Die neue Regeln gegen den anhaltenden Sauftourismus gilt nicht für ganz Mallorca, sondern nur für zwei als problematisch geltende Gebiete der spanischen Insel: für die Playa de Palma, den sogenannten Ballermann, und die bei Briten beliebte Ausgehmeile Punta Ballena in Magaluf. Auch die Region Sant Antoni de Portmany auf Ibiza ist betroffen, wie «Diario de Mallorca» berichtet.

Das neue Dekret ist klar:

• Fertig mit unbegrenztem Gratis-Alkohol: All-Inklusive-Hotels in diesen Gebieten dürfen nur noch zu den Mittags- und Abendmahlzeiten je drei alkoholische Getränke umsonst anbieten.

• Die sogenannten Happy Hours, bei denen in Bars und Restaurants starke Drinks zu Dumpingpreisen angeboten werden, sind verboten.

• Läden dürfen zwischen 21.30 und 8.00 Uhr morgens keinen Alkohol mehr verkaufen.

• Das Pubcrawling, also die Kneipentouren zu einem Festpreis, ist nicht mehr erlaubt.

• Der Sprung von Hotelbalkonen, das sogenannte Balconing, ist gesetzlich untersagt.

• Für Partyboats gibt es in den nächsten 24 Monaten keine neue Lizenzen. Die Unternehmen, die schon eine Lizenz haben, dürfen keine Gäste in den Häfen der problematischen Gegenden an Bord nehmen.

Bei Verstössen drohen hohe Strafen:

• Gäste, die trotz Verbots vom Balkon springen, werden des Hotels verwiesen und müssen bis zu 60'000 Euro bezahlen.

• Hotelbetreiber und Inhaber von Bars oder Läden können für unerlaubten Alkoholausschank mit Geldstrafen von bis zu 600'000 Euro belegt werden. Ihnen droht sogar eine Schliessung von bis zu drei Jahren, berichtet «El Pais».

Das ist nicht der erste Versuch der Partyinsel, die ausschweifenden Saufgelage der Touristen in den Griff zu kriegen: Die Vorgängerregierung hatte Ende 2018 einen Gesetzentwurf vorgelegt, der den Ausschank alkoholischer Getränke bei All-Inklusive-Angeboten drastisch reduzieren sollte. Die Pläne zerbrachen am Widerstand von Hoteliers und Reiseveranstaltern.

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