Boston-Bomber am Draht: «Mama, mir geht es gut»
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Boston-Bomber am Draht«Mama, mir geht es gut»

Die Mutter des überlebenden Boston-Bombers Dschochar Zarnajew hat zum ersten Mal nach dessen Verhaftung mit ihrem Sohn telefoniert. Als ihr die Tränen kommen, tröstet er sie.

von
rey

Die Mutter des überlebenden Boston-Bombers Dschochar Zarnajew hat seit dessen Verhaftung zum ersten Mal mit ihrem Sohn gesprochen. «Ich konnte die Tränen nicht zurückhalten», sagte Subeidat Zarnajewa zu Bloomberg.

Der 19-jährige Dschochar habe ihr versichert: «Mir geht es gut, meine Wunden heilen. Alles ist in Gottes Händen. Sei geduldig. Alles wird gut.» Der Anruf habe etwa sechs Minuten gedauert, so die Mutter. Ihr wurde versprochen, dass sie einmal im Monat mit ihrem Sohn sprechen darf.

«Er ist geistig gut beisammen, aber er ist immer noch schockiert», sagte Zarnajewa weiter. «Es war schwierig für uns zu sprechen. Das Gespräch verlief sehr ruhig. Es ist mein Kind, und er ist eingesperrt wie ein Hund, wie ein Tier.»

Subeidat Zarnajew hatte in Interviews wiederholt betont, ihre Söhne Dschochar und Tamerlan Opfer einer Verschwörung seien. Den beiden wird vorgeworfen, einen Bombenanschlag am Boston-Marathon geplant und durchgeführt zu haben, bei dem am 15. April drei Menschen getötet und mehr als 260 verletzt wurden. Tamerlan war bei einer Schiesserei mit Polizisten getötet worden, Dschochar erholt sich von seinen schweren Verletzungen und wartet auf seinen Prozess im Juli.

Schwester wegen Drogenbesitz vor Gericht

Derweil ist eine Schwester der beiden mutmasslichen Boston-Bomber mit dem Gesetz in Konflikt geraten: Bella Zarnajewa steht wegen Besitzes von Marihuana «mit der Absicht zum Verkauf» vor Gericht. Sie und ihr Freund, der auch angeklagt ist, plädieren auf nicht schuldig.

Bella Zarnajew hat nichts mit den Anschlägen in Boston zu tun. Sie werde jedoch beschimpft und habe Morddrohungen erhalten, sagt ein Staatsanwalt.

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