«Kick Ass»: «Mami erlaubte mir, F***e zu sagen.»
Aktualisiert

«Kick Ass»«Mami erlaubte mir, F***e zu sagen.»

Die Darstellung einer fluchenden, mordenden Zwölfjährigen im Film «Kick Ass» sorgte bereits vor der Veröffentlichung für rote Ohren. Alles halb so wild, beschwichtigt Darstellerin Chloe Moretz: Mami gab ja die Erlaubnis.

von
Oliver Baroni

«Okay, ihr F***en, zeigt mal, was ihr könnt!» Dieser Spruch dürfte Filmgeschichte schreiben. Nicht, weil er besonders originell ist, sondern weil er aus dem Munde einer Zwölfjährigen stammt. Schauspielerin Chloe Moretz (inzwischen ist sie 13) spielt die Killerin 'Hit Girl' in der Comic-Verfilmung «Kick Ass»: Diese trägt einen violetten Catsuit, tötet viel und möglichst blutrünstig und benutzt oft und gerne besagtes F-Wort.

Bereits die Trailer-Promotion sorgte in den USA für erheblichen Wirbel und warf einmal mehr die Frage auf, was Regisseure einem Kinderdarsteller alles zumuten dürfen und was nicht. «Es ist unglaublich, dass fünf Buchstaben einen solche gewaltige Wirkung auf Menschen haben können», so «Kick Ass»-Regisseur Matthew Vaughn, «Tabus müssen aber gebrochen werden. Es ist ein freies Land und Sie müssen sich den Film nicht ansehen, wenn Sie es nicht wollen. Es gibt genug Menschen, die diesen Film mögen, um dessen Herstellung zu rechtfertigen.» In einem US-Interview auf die Richtigkeit angesprochen, einer Zwölfjährigen das F-Wort in den Mund zu legen, erwiderte Drehbuchautorin Jane Goldman knapp: «Ich glaube, das ist die kleinste unserer Sorgen.»

Lebenslänglicher Hausarrest

Ursprünglich wollte Vaughn, der selbst Vater ist (seine Ehefrau Claudia Schiffer ist mit Baby Nummer drei schwanger) den Skript entschärfen, der Jugend seiner Darstellerin zuliebe. Doch Moretz' Mutter hatte nichts an der Rolle zu nörgeln. Bei minderjährigen Schauspielern müssen die Eltern Erlaubnis geben. «Meine Mutter liest jedes Drehbuch, das mir angeboten wird» so Moretz gegenüber der britischen Zeitung «The Sun», «sie liebte meine Filmfigur, da es eine Herausforderung für mich sein würde».

Im Interview mit der Zeitung «Daily Mail» zeigt sich die inzwischen 13-Jährige sehr geerdet: «Es ist ein Film. Natürlich kann ein kleines Mädchen nicht grosse, schwere Männer vermöbeln und umbringen. Ich kann nicht einsehen, dass jemand nicht kapieren würde, dass es nicht echt ist.» Allerdings gibt Chloe freimütig zu: «Wenn ich im echten Leben auch nur einen Sechzehnstel aller Kraftausdrücke benutzen würde, die ich im Film sage, bekäme ich Hausarrest für den Rest meines Lebens».

Kontroverse hin oder her: Bisher hat «Kick Ass» durchs Band gute Kritiken bekommen. In der Deutschschweiz startet der Film am 15. April 2010.

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