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Münchner Schläger«Mami, es tut mir so wahnsinnig leid»

Einer der drei mutmasslichen Schläger war als notorischer Störenfried im Unterricht bereits bekannt. Bevor er nach Küsnacht kam, flog er deswegen bereits von einer anderen Schule. Inzwischen meldete sich der Vater eines Inhaftierten unter Tränen zu Wort.

von
kbr

Einer der inhaftierten Schüler war bereits negativ aufgefallen bei der Küsnachter Schulpflege. Deswegen flog er von seiner früheren Schule. Dies bestätigte Schulpflege-Sprecher Bruno Bouvard. Weswegen, mochte er jedoch nicht sagen. Es sei jedenfalls nicht um ein Gewaltdelikt gegangen. Da sich der Vorfall vor dem Eintritt des Jugendlichen ins 10. Schuljahr ereignete, habe die Schule bis Freitag davon nichts gewusst. Weiter habe sich herausgestellt, dass dieser Jugendliche bereits während des Unterrichts auffällig gewesen sei und ein schwieriges Verhalten an den Tag gelegt habe, sagte Bouvard.

Schläger von alter Schule geflogen

Sein Klassenlehrer habe ihn aber stets im Griff gehabt. Gemäss letzten Informationen habe der 16-Jährige vor dem Wahlschuljahr bereits an einer anderen Schule Probleme gehabt, so dass er diese vorzeitig beenden musste. Über mögliche Straftaten der anderen beiden mutmasslichen Täter wisse die Schulpflege zum jetzigen Zeitpunkt nichts. Die beiden seien in der Schule immer unauffällig gewesen.

Vater in Tränen aufgelöst

Der Vater eines inhaftierten 16-Jährigen hat inzwischen im Interview mit Radio 1 unter Tränen erzählt, wie er von der mutmasslichen Tat seines Sohnes erfahren hat. Für ihn sei die Geschichte ein Albtraum. «Die ganze Familie ist im Elend», wie er mit zitternder Stimme sagte. Er habe Mitleid mit den Opfern und wolle sich entschuldigen, sagte der Vater, immer wieder von Weinkrämpfen unterbrochen. Der Sohn sei früher einmal mit einem blauen Augen nach Hause gekommen, damals habe er erzählt, er sei angepöbelt worden. Details habe er aber nie erzählt. Er selbst habe seinen Sohn seit dem Vorfall in München nicht mehr gesprochen. Als der Sohn am Mittwoch aus München anrief, sei die Mutter ans Telefon gegangen. «Mami, es tut mir so wahnsinnig leid», habe er gesagt. Er habe nur kurz mit seiner Mutter reden dürfen und war nach eigenen Angaben angewiesen worden, dabei hochdeutsch zu sprechen.

Keine strafrechtlichen Folgen für die Lehrer

Für die Lehrer hat der Gewaltexzess keine strafrechtlichen Folgen. Wie Anton Winkler, Sprecher der Staatsanwaltschaft München I, gegenüber der Agentur AFP erklärte, werde es keine Ermittlungen gegen die Begleitpersonen geben. Es sei durchaus vertretbar, Jugendliche in diesem Alter nicht permanent zu beaufsichtigen. (kbr/sda/dapd)

Schweizer Schüler prügeln in München

Drei Schüler aus dem Kanton Zürich sitzen seit Mittwoch in München in Untersuchungshaft. Sie werden des versuchten Mordes und der schweren Körperverletzung beschuldigt. Am Dienstagabend hatten sie mehrere Passanten zusammengeschlagen, einen davon lebensbedrohlich.

Die Jugendlichen befanden sich mit ihrer Klasse des 10. Schuljahrs der Weiterbildungs- und Berufswahlschule Küsnacht (WBK) in einer externen Kurswoche in München. Am Dienstagabend tranken und kifften sie und gingen danach wahllos auf Passanten los.

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