09.01.2018 15:14

Shitstorm wegen Pulli

«Man darf H&M keine böse Absicht unterstellen»

Der von einem schwarzen Buben präsentierte «Coolest Monkey»-Pullover hat H&M viel Empörung beschert. Ein Werbe-Experte lobt die Reaktion des Konzerns.

von
mlr
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Mit diesem Buben bewarb H&M auf seinem britischen Online-Shop einen Hoodie mit der Aufschrift: «Coolest Monkey In The Jungle» (deutsch: «Coolster Affe im Dschungel»). Es hagelte Kritik, die Präsentation sei rassistisch. Der Konzern hat das Bild daraufhin entfernt.

Mit diesem Buben bewarb H&M auf seinem britischen Online-Shop einen Hoodie mit der Aufschrift: «Coolest Monkey In The Jungle» (deutsch: «Coolster Affe im Dschungel»). Es hagelte Kritik, die Präsentation sei rassistisch. Der Konzern hat das Bild daraufhin entfernt.

H&M
Zu Werbe-Fails von Konzernen kam es schon öfter. Eine Werbekampagne von Dove auf Facebook im Oktober 2017 etwa irritierte die Nutzer und erntete einen Shitstorm. Der Vorwurf: Rassismus.

Zu Werbe-Fails von Konzernen kam es schon öfter. Eine Werbekampagne von Dove auf Facebook im Oktober 2017 etwa irritierte die Nutzer und erntete einen Shitstorm. Der Vorwurf: Rassismus.

Dove
Schon einmal ist Dove mit einer Werbung negativ aufgefallen.

Schon einmal ist Dove mit einer Werbung negativ aufgefallen.

Dove

Der «Coolest Monkey»-Pulli, der mit einem schwarzen Buben beworben wurde, hat H&M einen Shitstorm beschert.

Auf Anfrage teilt der Konzern mit, man bitte für das Bild aufrichtig um Verzeihung. «Wir haben falsch gehandelt, und deshalb wurde das Bild von all unseren Kanälen entfernt», sagte eine Sprecherin gegenüber 20 Minuten. «Wir haben uns ausserdem entschieden, das Sweatshirt vom Markt zu nehmen.» Wie Skandale wie dieser künftig vermieden werden könnten und wie es zu dem Fauxpas kommen konnte, dazu wollte der Konzern keine Stellung nehmen. Im Zuge des Skandals fiel die H&M-Aktie zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit fast neun Jahren, berichtet Spiegel online.

«H&M hat den Fehler schnell korrigiert»

Roman Hirsbrunner, CEO der Werbeagentur Jung von Matt, zeigt Verständnis für das Unternehmen: «Selbstverständlich ist das Motiv sehr unglücklich gewählt. Man darf aber, glaube ich, hier H&M keine böse Absicht unterstellen, sondern bloss eine grobe Unsorgfältigkeit», meint der Werbe-Experte. Die Geschwindigkeit, mit der Inhalte für digitale Medien produziert werden, berge immer die Gefahr, dass durch Unaufmerksamkeit Fehler passieren.

Zudem dürfe man den Kontext nicht ausser Acht lassen. Es handele sich um eine Produktabbildung in einem Online-Store und nicht um ein Motiv einer weltweiten Kampagne. Entscheidend sei ausserdem die Reaktion des Unternehmens. «H&M hat nicht nur schnell einen Fehler gemacht, sondern ihn auch schnell korrigiert und sich entschuldigt», betont Hirsbrunner. «Damit wurde sicher verhindert, dass aus der Unsorgfältigkeit eine Unanständigkeit wurde.»

Immer wieder Werbe-Fails

H&M ist nicht der einzige Konzern, dem ein solcher Fauxpas unterlaufen ist. Im Jahr 2014 sah sich Zara herber Kritik ausgesetzt, nachdem das Modelabel einen gestreiften Kinderschlafanzug mit gelbem Stern lanciert hatte, der an die Kleidung jüdischer Häftlinge in NS-Konzentrationslagern erinnerte.

Erst im vergangenen Herbst verkaufte die Supermarkt-Kette Lidl griechische Produkte in besonderer Aufmachung. Dass von einer Kirche in Santorini das Kreuz wegretuschiert worden war, erzürnte nicht nur Kirchenvertreter. Lidl entschuldigte sich und berief sich auf die «religiöse und politische Neutralität», der man sich verpflichtet fühle.

Sehen Sie weitere Werbe-Fails der vergangenen Jahre in der Bildstrecke.

Neue Pullis für den Buben

Auf Twitter und Instagram überbieten sich die Nutzer derweil mit Vorschlägen, welche Pullover der Bub stattdessen besser getragen hätte. Auch der Fussballer Romelu Lukaku von Manchester United postete einen Vorschlag.

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