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FCSG-Trainer Saibene«Man darf keine Wunder erwarten»

Ein Jahr nach dem Abstieg meldet sich der FC St. Gallen in der Super League zurück. Aber welche Rolle wird der Traditionsverein und gegenwärtige Liftklub im Oberhaus spielen?

von
Eva Tedesco

«Nie meh Nati B», sangen die ins Tessin mitgereisten Fans in Locarno, nachdem der Aufstieg der Ostschweizer drei Runden vor Schluss in der Challenge League definitiv feststand. Aber sind die Espen auch stark genug, um sich in der höchsten Spielklasse zu etablieren oder bleibt Grün-Weiss ein Liftklub?

Am 20. Mai 2008 besiegelte Bellinzona das Schicksal der Ostschweizer: St. Gallen musste nach 12 Jahren in der höchsten Spielklasse in die Challenge League. Mit 25 Siegen und lediglich zwei Niederlagen ging es nur ein Jahr später wieder nach oben. Ohne in Gefahr des Abstiegs zu geraten, schloss der FCSG die Meisterschaft auf Platz 6 ab. Im Herbst 2010 schrammte der Traditionsverein am Konkurs vorbei. Nach einer schlechten Vorrunde musste Trainer Uli Forte gehen. Aber auch sein Nachfolger Jeff Saibene konnte wenig ausrichten – die Espen stiegen 2011 erneut ab.

Zu stark für die Challenge League, zu schwach für die SL

Germano Vailati, Oscar Scarione, Philipp Muntwiler, Daniel Imhof, Philippe Montandon, Martin Stocklasa und Alberto Regazzoni: Der FC St. Gallen ist für eine zweite Liga mit erfahrenen Spielern überdotiert. Sie habe die Erwartungen auch erfüllt. Mit bisher 18 Siegen bei nur drei Niederlagen marschierten die Espen regelrecht Richtung Wiederaufstieg. Klar ist dennoch: Die St. Galler müssen an Qualität zulegen, wollen sie in der Super League bestehen.

Definitiv sind die Zuzüge von Mario Mutsch (Sion) und Igor Tadic (Kriens). Trainer Saibene rechnet auch wieder mit dem zuletzt aus disziplinären Gründen verbannten Alberto Regazzoni. «Er hat die Möglichkeit, sich in der neuen Saison wieder aufzudrängen.» Ohne, dass der Trainer sein Gesicht verliert? Saibene: «Ich interpretiere das als Stärke, wenn man nicht nachtragend ist.» In Anbetracht dessen, dass die Espen finanziell nicht aus dem Vollen schöpfen können und Regazzoni noch zwei Jahre Vertrag hat, bleiben Saibene auch wenig Alternativen.

Verstärkungen in jeder Reihe

«Mir ist bewusst, dass die Fans zuletzt viel leiden mussten und viel Misstrauen da ist. Wir wollen in der Super League eine Rolle spielen und deshalb werden wir die Mannschaft auf die kommende Saison hin weiter verstärken.» In jeder Reihe soll ein neuer Spieler kommen. «Ich denke an vier bis fünf Neue», so Saibene weiter. Die wichtigste Personalie betrifft die Nachfolge von Philipp Muntwiler, der zum FCL wechselt. Sicher ist auch, dass Daniel Imhof den FCSG verlässt. Und auch Goalie Vailati (Thun?) will weg.

In der Challenge League waren die Espen mit ihrem Budget um rund sechs 6 Millionen Franken der Liga-Krösus. In der Super League bewegt man sich da mit Thun und Lausanne auf Augenhöhe. «Man darf keine Wunder erwarten, aber auch Thun hat sich in der Super League etablieren können. Ich wünsche mir für die kommende Saison noch mehr Biss, mehr Leidenschaft und Power von jedem Spieler», so Saibene. Klingt gut, aber das allein wird nicht reichen, um dauerhaft in der Super League zu spielen.

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