Genesene Schweizerin: «Ich sah mich plötzlich als Gefahr für andere»
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Genesene Schweizerin«Ich sah mich plötzlich als Gefahr für andere»

Als eine der ersten Schweizerinnen wurde Bettina Sooder positiv auf das Coronavirus getestet. Seit Montag gilt die 26-Jährige als geheilt.

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fss
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Die Polizei habe in der vergangenen Woche zu oft einschreiten müssen, sagte Stefan Blättler, Präsident der Kantonalen Polizeikommandanten, im Interview mit dem «SonntagsBlick».

Die Polizei habe in der vergangenen Woche zu oft einschreiten müssen, sagte Stefan Blättler, Präsident der Kantonalen Polizeikommandanten, im Interview mit dem «SonntagsBlick».

Keystone/Peter Schneider
Quer durch die Schweiz habe die Polizei festgestellt, dass Personen das Social Distancing nicht umsetzten. «Sie sassen gemeinsam in Pärken, verweilten in grossen Gruppen an den Seepromenanden und hielten auch sonst kaum Abstand.»

Quer durch die Schweiz habe die Polizei festgestellt, dass Personen das Social Distancing nicht umsetzten. «Sie sassen gemeinsam in Pärken, verweilten in grossen Gruppen an den Seepromenanden und hielten auch sonst kaum Abstand.»

Keystone/Laurent Gillieron
Es zeichnet sich ein Ansturm auf Lieferanten von komprimiertem Sauerstoff ab: Ein Spitalbett mit Beatmungsgerät. (Symbolbild)

Es zeichnet sich ein Ansturm auf Lieferanten von komprimiertem Sauerstoff ab: Ein Spitalbett mit Beatmungsgerät. (Symbolbild)

Keystone/Roland Weihrauch

Vor fast drei Wochen wurde Bettina Sooder positiv auf das Coronavirus gezogen. Kurz zuvor war die 26-Jährige in Mailand an der Fashionweek. Mittlerweile gilt die junge Frau als genesen und immun.

«10 vor 10» hat sich mit der gelernten Fachangestellten für Gesundheit getroffen. Sooder wurde als eine der ersten Schweizerinnen positiv auf das Virus getestet. «Ich hatte plötzlich Husten, Schluckweh und habe den Geschmack- sowie Geruchssinn verloren.» Sooder fühlte sich nicht krank und wollte gar zur Arbeit erscheinen. Ihre Vorgesetzte habe ihr jedoch einen Test empfohlen. Nach dem positiven Ergebnis wurde Sooder sofort isoliert im Spital betreut.

«Die Leute machen einen Bogen um mich»

Nach vier Tagen im Spital folgten zwei weitere Wochen in Quarantäne zu Hause. Für Sooder war die Erkrankung ein komisches Gefühl: «Man sieht sich plötzlich als Gefahr für andere und auch ein wenig einsam.»

Seit Montag kann die junge Frau wieder arbeiten. Noch immer bemerkt sie jedoch, dass sich Leute von ihr fernhalten. «Die Leute haben Angst, infiziert zu werden und machen einen Bogen um mich», so Sooder.

Sooder will Immunität nutzen

Nach den bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Coronavirus gilt die 26-Jährige als immun und kann sich nicht mehr mit Covid-19 anstecken. Deshalb hat Sooder bei ihrer Arbeit in einem Kinderwunschkrankenhaus auch die Blutabnahme übernommen. In zwei Wochen wird die Klinik jedoch schliessen. Dies ist jedoch kein Grund für Sooder, sich zu Hause zu verkriechen. Sie will ihre Immunität nutzen, um in Spitälern auszuhelfen.

Obwohl sich Sooder wieder unter die Menschen wagen könnte, will sie sich an die Empfehlungen halten, allerdings nicht wegen der Ansteckungsgefahr, wie sie gegenüber dem «SRF» sagt: «Ich müsste jedem erklären, dass ich geheilt bin.»

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