Unglücke im Alpstein - «Man gerät schnell unter den Zaun»
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Unglücke im Alpstein
«Man gerät schnell unter den Zaun»

Nachdem gleich zwei Wanderer im Alpstein an der gleichen Stelle verunglückt sind, äussern sich nun einige Wanderer zur Route. Die Wanderung sei für Unerfahrene nicht geeignet.

von
Leo Butie
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Zwei Wanderer sind vergangene Woche im Alpstein zu Tode gekommen.

Zwei Wanderer sind vergangene Woche im Alpstein zu Tode gekommen.

20min/leo
Am Montag stürzte eine 57-jährige Frau auf dem Wanderweg Äscher/Chobel.

Am Montag stürzte eine 57-jährige Frau auf dem Wanderweg Äscher/Chobel.

20min/amv
Am Freitag stürzte auf dem gleichen Weg ein 46-jähriger Mann. Er konnte ebenfalls nur noch tot geborgen werden.

Am Freitag stürzte auf dem gleichen Weg ein 46-jähriger Mann. Er konnte ebenfalls nur noch tot geborgen werden.

20min/amv

Darum gehts

  • Im Alpstein sind in der vergangenen Woche zwei Wanderer zu Tode gestürzt.

  • Beide Unglücke ereignen sich an derselben Stelle.

  • Erfahrene Wanderer warnen vor der Wanderung.

  • Diese sei nicht für Anfänger geeignet.

Im Alpstein sind in der vergangenen Woche gleich zwei Wanderer zu Tode gekommen. Anfang der Woche stürzte eine 57-jährige Frau zu Tode, als sich diese um ihre Hunde kümmern wollte. Aus noch ungeklärten Gründen kam sie auf dem Innerrhoder Wanderweg Äscher/Chobel vom Weg ab und kam zu Fall. Am Freitag kam es auf der gleichen Route zu einem weiteren tödlichen Unglück. Ein 46-jähriger Mann stürzte das steil abfallende Geländer hinunter. «Beide Unfälle werden untersucht», sagte Philipp Lötscher, Sprecher der Kantonspolizei Innerrhoden, am Freitag zu 20 Minuten. Es sei ein Zufall, dass beide Unglücke an derselben Stelle passierten.

In Wanderkreisen diskutiert man über die Vorfälle. In einer lokalen Facebook-Gruppe wird vor den Verhältnissen auf der Route Äscher/Chobel gewarnt. Man solle sehr vorsichtig sein und den Weg Richtung Bommenalp verwenden. Ein User vermutet, dass es nicht besondere Verhältnisse waren, die zu den Unfällen führten, sondern der anspruchsvolle Weg an sich. «Es ist einfach so, dass der an und für sich einfache Bergwanderweg durch ein äusserst exponiertes Gelände führt», schreibt ein User. Ein Stolperer und Sturz über den Wegrand könne nach kurzer Rutschphase in den Abgrund führen. Es würden aber unerfahrene Personen den Weg wählen, die nicht dazu geeignet sind. «Es waren Menschen unterwegs, die weder von der Ausrüstung her noch von der körperlichen Verfassung für den Abstieg gerüstet schienen», schreibt der User weiter.

Volle Konzentration beim Wandern

Weitere Wanderer bestätigen dies. «Wenn man auf dieser Route nicht aufpasst, ist man schnell unter dem Zaun hindurch», sagt Elisabeth Oertle, die bereits viele Wanderungen im Alpstein begangen hat. Die Route sei nichts für Anfänger. «Den Aufstieg kann man gut bewältigen, doch hinab ist es gefährlich», sagt Oertle. Zum bekannten Gasthaus Äscher sei der Weg bestens gesichert. «Diese Route ist sehr gut. Man sollte danach aber wieder hoch zur Ebenalp, um die Seilbahn wieder ins Tal zu nehmen», so Oertle. Auch im Sommer sei die Route nach dem Äscher nass. «Der Alpstein ist ein gefährlicher Berg», meint Oertle. Man müsse fest auf den Tritt achten. «Es braucht dafür volle Konzentration.»

Bei Appenzell Tourismus möchte man nach den beiden Unfällen noch nichts an den Routen ändern. «Es hat eine Warntafel, die auf den Bergwanderweg hinweist», sagt eine Auskunftsperson von Appenzell Tourismus. Melanie Gmünder, Gastgeberin bei Restaurant Äscher, möchte sich nicht zum Sachverhalt äussern. Auch bei der Ebenalp-Bahn möchte man auf Anfrage keine weitere Auskunft erteilen. «Falls Personen schlechtes Schuhwerk tragen, weisen wir sie darauf hin, aber verbieten kann man es ihnen nicht», sagte Jan Fässler, Medienverantwortlicher der Ebenalpbahn, vergangene Woche zu 20 Minuten.

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