Lungenödem: Man kann auch an Land «ertrinken»
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LungenödemMan kann auch an Land «ertrinken»

Bei den aktuellen Temperaturen drängt alle Welt ans Wasser. Damit steigt auch die Zahl der Badeunfälle – allerdings nicht nur im Wasser, sondern auch an Land.

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Dass man im Wasser ertrinken kann, ist allgemein bekannt. Nicht aber, ...

Dass man im Wasser ertrinken kann, ist allgemein bekannt. Nicht aber, ...

iStock/Piranka
... dass es auch nach einem glimpflich ausgegangenen Ertrinkungsunfall zu schwerwiegenden Komplikationen kommen kann.

... dass es auch nach einem glimpflich ausgegangenen Ertrinkungsunfall zu schwerwiegenden Komplikationen kommen kann.

Keystone/Anthony Anex
Dazu kommt es, wenn im Wasser Flüssigkeit eingeatmet wird und in die Lunge gelangt. Beim ‹normalen› Verschlucken kann die Flüssigkeit durch den normalen Hustenreflex ausgehustet werden. Wenn das Wasser aber in die Lunge gelangt, kann es vorkommen, dass es sich nicht unbedingt vollständig aushusten lässt.

Dazu kommt es, wenn im Wasser Flüssigkeit eingeatmet wird und in die Lunge gelangt. Beim ‹normalen› Verschlucken kann die Flüssigkeit durch den normalen Hustenreflex ausgehustet werden. Wenn das Wasser aber in die Lunge gelangt, kann es vorkommen, dass es sich nicht unbedingt vollständig aushusten lässt.

Koen van Weel

Bei Temperaturen über 30 Grad zieht es viele Menschen zum Wasser. Ob Badi, See oder Fluss – jede Form von Wasser scheint ihnen gerade recht. Doch bei aller Faszination fürs kühle Nass: Ungefährlich ist das nicht. Das zeigt unter anderem der Fall eines 23-Jährigen, der in der Nacht auf Mittwoch im Zürichsee ertrunken ist.

Was jedoch kaum jemand weiss: Auch nach einem glimpflich ausgegangenen Ertrinkungsunfall kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen, wie Jasmin Wyrsch von der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG sagt. Dazu kommt es, wenn im Wasser Flüssigkeit eingeatmet wird und in die Lunge gelangt.

Wasser in der Lunge

«Beim ‹normalen› Verschlucken kann die Flüssigkeit durch den normalen Hustenreflex ausgehustet werden», so die Expertin. Bei einem eigentlichen Ertrinkungsunfall kann jedoch Wasser in die Lunge gelangen, das sich nicht unbedingt vollständig aushusten lässt.

Umgangssprachlich bezeichnet man diesen Zustand als sekundäres Ertrinken. «Schliesslich beschreibt der Begriff ein Lungenödem als Folge eines Ertrinkungsunfalls, der nur auf den ersten Blick glimpflich ausgegangen ist», erklärt Wyrsch.

Erkennen und reagieren

Bemerkbar macht sich ein Lungenödem laut der Expertin durch konstanten Husten, beschleunigte Atmung, Kurzatmigkeit, Luftnot und Rasselgeräusche beim Atmen. «Bei einem schweren Lungenödem kommt es zu einer Hypoxämie – einer Minderversorgung des Körpers mit sauerstoffreichem Blut.» Das könne zu irreversiblen Veränderungen in lebenswichtigen Organen führen.

Besteht der Verdacht, dass jemand betroffen ist, rät Wyrsch, «die Person 24 bis 48 Stunden in regelmässigen Abständen zu beobachten». Häufen sich die Symptome eines Lungenödems, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, denn im schlimmsten Fall droht der Tod.

«Damit es gar nicht so weit kommt, ist gerade bei Kindern die SLRG-Baderegel ‹Kinder nur begleitet ans Wasser lassen – kleine Kinder in Griffnähe beaufsichtigen› zu beachten», so Wyrsch. «So kann man nicht nur Ertrinkungsunfälle verhindern, sondern diese auch umgehend unterbrechen.»

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