Nati-Star Silvan Widmer - «Man merkt, dass beim FC Basel jetzt ein anderer Wind weht»
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Nati-Star Silvan Widmer «Man merkt, dass beim FC Basel jetzt ein anderer Wind weht»

Nach drei Jahren beim FCB wechselte Silvan Widmer im Sommer zu Mainz in die Bundesliga. Im Interview spricht der Nati-Verteidiger über seinen starken Saisonstart, seinen Ex-Club und die EM 2021.

von
Lucas Werder
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Silvan Widmer hat sich beim Bundesliga-Club Mainz auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft.

Silvan Widmer hat sich beim Bundesliga-Club Mainz auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft.

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Bislang stand der Rechtsverteidiger in jeder Bundesliga-Minute auf dem Feld.

Bislang stand der Rechtsverteidiger in jeder Bundesliga-Minute auf dem Feld.

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Auch einen Assist konnte der 28-Jährige schon beisteuern.

Auch einen Assist konnte der 28-Jährige schon beisteuern.

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Darum gehts

  • Silvan Widmer spielt seit dieser Saison bei Mainz 05.

  • Der Nati-Verteidiger ist in der Bundesliga sofort Stammspieler geworden.

  • «Viele kannten mich gar nicht in der Schweiz», sagt der Nati-Star über die Zeit vor dem Wechsel zum FC Basel.

Silvan Widmer, nach dem EM-Höhenflug scheint es auch bei Ihrem neuen Club Mainz bestens zu laufen. Nach sechs Spieltagen steht der Club sensationell auf Rang 6!

Eigentlich hatten wir gar keinen einfachen Saisonstart. Wir mussten mehrere Corona-Fälle wegstecken. Trotzdem lief es bis auf die beiden Spiele gegen Bochum (0:2) und Leverkusen (0:1) ganz gut für uns. Noch ist aber nichts erreicht, auch weil wir mit der Kaufkraft der Spitzenclubs natürlich nicht mithalten können. Unser Ziel ist es, den Klassenerhalt so früh wie möglich zu fixieren.

Auch für Sie persönlich lief der Start erfolgreich. Sie standen bislang in jedem Bundesligaspiel 90 Minuten auf dem Platz.

Ich bin schon mit Ambitionen auf einen Stammplatz hierher gekommen. Aber wenn man neu in eine Mannschaft kommt, braucht es immer etwas Anlaufzeit. Hier in Mainz hat das zum Glück sehr gut geklappt.

Seit gut zwei Monaten sind Sie nun in Deutschland. Wie haben Sie sich mit Ihrer Familie eingelebt?

Ich fühl mich sehr wohl. Inzwischen haben wir auch eine tolle Wohnung beziehen können. Ich geniesse die Zeit mit meiner Familie. Durch die EM und das Trainingslager war ich lange weg. Jetzt hole ich die Zeit mit der Familie nach.

Sie dürften nach den tollen Leistungen an der EM mehrere Angebote gehabt haben. Warum haben Sie sich für Mainz entschieden?

Man hat sich hier von Anfang an sehr intensiv um mich bemüht. Ich habe schon im ersten Moment gespürt, wie viel Herzblut in diesem Verein steckt. Alle kennen sich hier und pflegen einen sehr persönlichen Umgang miteinander, egal ob Spieler, Staff oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins.

Mit 28 haben Sie nun nochmals den Sprung ins Ausland gewagt. War es aus Ihrer Sicht auch eine Art letzte Chance?

So würde ich das nicht sehen. Aber klar, auch ich werde nicht jünger. Und die Bundesliga ist eine absolute Top-Liga.

Wie sehen Sie rückblickend Ihre drei Jahre beim FC Basel?

Es war eine Zeit mit vielen Aufs und Abs. Highlights waren für mich sicher der Cup-Sieg und die tollen Ergebnisse in der Europa League.

Ärgert es Sie, dass man ausgerechnet in dieser Zeit immer YB den Meistertitel überlassen musste?

Das ist natürlich schade. Ich bin damals schon mit dem Ziel Meister zu werden zum FCB gewechselt. Leider hat das nicht geklappt.

Jetzt scheint es in Basel wieder aufwärts zu gehen, der FCB ist Tabellenführer. Wie beurteilen Sie den Saisonstart Ihres Ex-Clubs?

Man merkt, dass im Joggeli ein anderer Wind weht. Ich hoffe, die Mannschaft kann so weitermachen. Ich wünsche dem FCB nur das Beste.

Ihrer persönlichen Entwicklung hat die Zeit in Basel sicher nicht geschadet, Sie sind zum festen Bestandteil der Nati gereift.

Ich glaube, dass ich meinen Platz vor allem durch starke Leistungen während meiner Nati-Einsätze verdient habe. Diese Leistungen konnte ich dann auch immer wieder im Verein bestätigen.

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In der Nati hat sich Widmer zu einer Stammkraft entwickelt.

In der Nati hat sich Widmer zu einer Stammkraft entwickelt.

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23 Länderspiele hat der Rechtsverteidiger bislang absolviert.

23 Länderspiele hat der Rechtsverteidiger bislang absolviert.

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Die EM war sein erstes grosses Turnier mit der Nati.

Die EM war sein erstes grosses Turnier mit der Nati.

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Sie waren vor Ihrer Zeit in Basel jahrelang Stammspieler in der Serie A. Trotzdem hat man Sie in der Schweiz nur selten wahrgenommen. Empfanden Sie das damals auch so?

Da ist sicher etwas dran. Ich hatte teilweise schon das Gefühl, dass mich viele in der Schweiz gar nicht kannten. Das lag wohl auch daran, dass ich sehr früh von der Challenge League direkt nach Italien gewechselt bin. Mit dem Wechsel zurück in die Schweiz hat sich das schon verändert.

Zuletzt gab es in der Nati nach dem starken Auftritt gegen Italien nur ein 0:0 in Nordirland. Was muss besser werden?

Wir müssen kreativer werden und uns mehr Chancen erarbeiten. In der Gruppe ist noch immer alles möglich. Gewinnen wir unsere restlichen Spiele, haben wir auswärts in Rom ein Finalspiel um den Gruppensieg.

Mit welchen Erinnerungen denken Sie an das EM-Turnier zurück?

Das war einfach der Hammer. Für mich persönlich war es ja das erste grosse Turnier überhaupt mit der Nati. Das wird für immer eine unvergessliche Zeit bleiben.

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