Microblading-Pfusch: «Man sagt mir, die Brauen sähen schlimm aus»
Aktualisiert

Microblading-Pfusch«Man sagt mir, die Brauen sähen schlimm aus»

Weil sie mit ihren Augenbrauen unzufrieden war, setzte S. M. (30) auf Microblading. Das vermeintliche Schnäppchen wurde zum Albtraum.

von
daw
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So sehen die Brauen von S. M. nach einer Microblading-Behandlung aus.

So sehen die Brauen von S. M. nach einer Microblading-Behandlung aus.

In Beautysalons tauchen auch immer wieder Frauen mit vernarbten Augenbrauen auf.

In Beautysalons tauchen auch immer wieder Frauen mit vernarbten Augenbrauen auf.

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Stars wie Kim Kardashian oder ...

Stars wie Kim Kardashian oder ...

Screenshot/Instagram

Markante Augenbrauen wie Kim Kardashian oder Kendall Jenner: Davon träumen etliche junge Frauen und unterziehen sich einer Microblading-Behandlung. Dabei werden feine Striche in die Haut geritzt und mit Pigmentfarbe aufgefüllt – so sollen feinste Härchen imitiert werden.

Der Beauty-Trend ist aber nicht ohne Risiken. So berichten zahlreiche Kosmetik-Studios von jungen Frauen, die mit vernarbten Augenbrauenpartien sowie Korrekturwünschen ankämen.

Ein Brauen-Debakel

Ein Microblading-Opfer ist die Ostschweizerin S. M.* (30). Sie war extrem unzufrieden mit ihren Augenbrauen – und wollte sich das lästige Aufmalen durch Microblading ersparen. Vor genau einem Jahr liess sie sich in Vorarlberg, direkt an der schweizerisch-österreichischen Grenze, behandeln.

Mit katastrophalen Folgen, wie M. sagt: «Die Farbe ist verlaufen, die Härchen sind viel zu grob und die Farbe wurde nicht getroffen. Ich habe gar keine schwarzen Augenbrauen.» Sie müsse nun umso mehr übermalen, um den Pfusch zu kaschieren. Auch ihren Freunden sei das Brauen-Debakel nicht verborgen geblieben: «Sie sagten mir, es sehe schlimm aus.»

«Es war extrem günstig»

Die Kosmetikerin habe ihr vorgängig Bilder geschickt und gesagt, sie habe jahrelange Erfahrung. Es habe sich aber um ein Billigangebot gehandelt. «Es war extrem günstig. Ich bezahlte 120 Euro, in der Schweiz kostet es üblicherweise 350 bis 400 Franken.» Ihr damaliger Partner habe ihr danach gesagt, sie hätte lieber etwas mehr bezahlt.

Sie hoffe nun, dass die Farbe möglichst schnell verschwindet. Zudem hat sie sich in der Schweiz einer Korrekturbehandlung unterzogen. «Microblading ist eigentlich eine gute Sache, wenn es von einem Profi gemacht wird. Leider gibt es schwarze Schafe.» Das sei nicht anders als bei Tattoo-Studios. Sie habe aber daraus gelernt. «Wenn ich mich noch einmal einer Behandlung unterziehen sollte, werde ich mich nicht vom Preis leiten lassen.»

«Es liegt an der Haut»

Beim behandelnden Studio bedauert man es, dass das Resultat nicht gefällt: «Sie hat vorne keine Härchen. Dass die Pigmente verlaufen, kann passieren, gerade bei Leuten, die zu einer eher fettigen Haut neigen und schwitzen», sagt eine Mitarbeiterin. «Es würde bei jedem Microblader so aussehen.»

Die Frau betont, dass sie sich stetig weiterbilde und auch dazugelernt habe: «Inzwischen arbeite ich nur noch in der Form der Augenbrauen, um mir solchen Ärger zu ersparen.» Kundinnen würden auch aufgeklärt, dass die Farbe verblasse. Gleichzeitig sagt sie, die betroffene Kundin habe «als Modell» von einem Vorzugspreis profitiert. «Sie wusste aber auch, dass es günstiger ist, weil die ausführende Person etwas Neues ausprobiert oder noch nicht so geübt ist.»

Die Verantwortliche schätzt, dass es sicher noch ein Jahr dauert, bis die Farbe verblasst. Gleichzeitig betont sie, dass keine Kundinnen ihr Studio mit vernarbten Augenbrauen verliessen. «Ich war geschockt, als ich die Bilder gesehen habe.»

*Name der Redaktion bekannt

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