Andermatt abgeschnitten: «Man sieht nichts mehr vor lauter Schnee»
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Andermatt abgeschnitten«Man sieht nichts mehr vor lauter Schnee»

Nach drei Tagen Dauerschneefall geht in Andermatt nichts mehr: Strassen sind gesperrt, der Bahnverkehr eingestellt. Die Bewohner nehmen es locker - und gehen in die Beiz statt ins Tal.

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am/amc

Andermatt versinkt im Schnee. Seit drei Tagen schneit es in der Urner Gemeinde ununterbrochen. Bahn und Busse fahren nicht mehr. «Es kommt niemand hoch und niemand ins Tal hinunter», sagt Leser-Reporterin Adina Blaser. Zu den starken Schneefällen hat sich nun auch ein bissiger Wind gesellt. «Es ist extrem unangenehm, man sieht fast nichts», sagt Blaser. Viel zu sehen gibt es allerdings sowieso nicht. Die Farbe weiss dominiert überall in Andermatt.

Trotz den widrigen Bedingungen sind viele Spaziergänger unterwegs. «Wer aber nicht Schneeschaufeln muss», sagt Blaser, «der bleibt grundsätzlich im Warmen.» Die 17-Jährige selbst wartet auf ein Familienmitglied, das im Tal feststeckt. Nach Hause kommen wird es so bald aber nicht. Die MGB hat angekündigt, den Bahnverkehr frühestens am Samstagmorgen wieder zu öffnen. «Die Schneeschleuder der Bahnen steckt auf dem Oberalppass fest», weiss Blaser.

Das Urserntal mit Andermatt UR bleibt weiter von der Umwelt abgeschnitten. Laut Auskunft der Urner Kantonspolizei bleibt die Kantonsstrasse Amsteg-Göschenen mindestens bis Samstag 9 Uhr, die Strasse Göschenen-Andermatt mindestens bis Samstag 12 Uhr geschlossen. Am Samstag werde eine Neubeurteilung der Situation vorgenommen, hiess es bei der Urner Polizei. Weiterhin mit Schneeausrüstung befahrbar ist die Gotthard-Autobahn A2.

«Das ist wunderschön»

Obwohl die Schneemauern längst die Zwei-Meter-Marke überschritten haben, sind die Bewohner und Touristen nicht beunruhigt. Einerseits ist der Drei Königstag ein Feiertag im Kanton Uri und die meisten Leute haben sowieso einen gemütlichen Tag eingeplant. Andererseits sind es sich die Andermatter gewohnt, auf sich gestellt zu sein, wie Blaser sagt: «Wir waren bereits vor drei Wochen eingeschneit.»

Ähnlich klingt es auch im Restaurant Ochsen. «Solche Schneefälle sind wunderschön, wir Bergler sind uns das gewohnt», sagt Beizerin Michelle Hofer. Wenn sie sich Sorgen macht, dann nur wegen der Schneeverwehungen in der Gegend. «Die sind ein Problem», sagt Hofer und beschwichtigt zugleich: «Von den Schneemassen im Lawinenwinter 1999 sind wir weit entfernt.» Für die Beizerin ist das Wetter so oder so ein Glück, wie sie sagt: «Statt zu arbeiten oder ins Tal zu fahren, kommen die Leute bei uns auf ein Bier.»

So war die Situation in Göschenen:$$VIDEO$$ (Video: Keystone)

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