Fuchs in Basler Fielmann-Filiale - «Man sollte dem Fuchs alle Fluchtwege offen lassen»
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Fuchs in Basler Fielmann-Filiale«Man sollte dem Fuchs alle Fluchtwege offen lassen»

Ein Rotfuchs hat sich am Samstag in eine Fielmann-Filiale mitten in Basel verirrt. Das sei aussergewöhnlich, sagt der Wildtier-Experte. Vermutlich sei er zuvor aufgescheucht worden.

von
Tanya Vögeli
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Unter einem Tisch im Brillenladen suchte der Fuchs am Samstagnachmittag in Basel Zuflucht.

Unter einem Tisch im Brillenladen suchte der Fuchs am Samstagnachmittag in Basel Zuflucht.

News-Scout
Um etwa 14 Uhr war der Fuchs auf dem Marktplatz unterwegs, wie aufgenommene Bilder von News-Scouts zeigen.

Um etwa 14 Uhr war der Fuchs auf dem Marktplatz unterwegs, wie aufgenommene Bilder von News-Scouts zeigen.

News-Scout
Die Feuerwehr musste aufgeboten werden, um den Fuchs wieder zurück in die Natur zu bringen.

Die Feuerwehr musste aufgeboten werden, um den Fuchs wieder zurück in die Natur zu bringen.

News-Scout

Darum gehts

  • Ein Rotfuchs verirrte sich am Samstag am helllichten Tag auf dem Marktplatz.

  • Das aufgeschreckte Tier suchte Schutz in einer Filiale von Fielmann.

  • Die Feuerwehr rettete den Fuchs und entliess ihn wieder in die Natur.

In Basel verirrte sich am Samstagnachmittag ein Rotfuchs in eine Filiale der Optikerkette Fielmann am Marktplatz mitten in der Innenstadt, wie mehrere News-Scouts meldeten. Der Wildhund wurde zunächst im Bereich der Schifflände und dann am Marktplatz gesichtet. Bilder zeigen, wie er über den Platz huschte und dann im Brillengeschäft Zuflucht suchte.

Um den Fuchs einzufangen, musste die Basler Berufsfeuerwehr aufgeboten werden. Diese habe das Tier mit Hilfe eines Tuchs eingefangen, berichtet eine News-Scout. «Alle Kunden mussten aus Sicherheitsgründen ins Treppenhaus des Geschäfts», erzählt sie. Sonst hätte die Gefahr bestanden, dass das verängstigte Tier sich wehre und aus Versehen jemanden verletzt hätte.

Die Feuerwehr hat den Fuchs anschliessend mitgenommen und an einem geeigneten Ort wieder in die Freiheit entlassen.

Vermutlich ein jüngerer Fuchs auf Reviersuche

«Einen Fuchs in der Stadt bei Tag zu sehen ist eher ungewöhnlich», sagt Wildtierexperte Sandro Gröflin von der Wildtierforschung Region Basel. Es gebe zwar im ganzen Kantonsgebiet Fuchsbauten, doch wenn Füchse in der Stadt Basel auf Streifzug gehen, dann normalerweise in der Nacht und gewöhnlich nur in den Rand- und Aussengebieten. Vermutlich handle es sich um ein vorjähriges und männliches Tier. Jungfüchse verliessen im Herbst ihre Familie, um ihr eigenes Territorium zu suchen. Zudem sei im Winter die natürliche Paarungszeit der Rotfüchse, die sogenannte Ranzzeit.

«Es heisst auch nicht, dass der Fuchs krank ist, nur weil er sich ungewöhnlich verhält», so Gröflin. Im Gegenteil, der Rotfuchs sehe unverletzt und gesund aus. Aber wieso verirrte sich das Raubtier in die Innenstadt? Der Wildtierexperte vermutete, dass der Fuchs in der vorigen Nacht Nahrung, ein Revier oder eine Partnerin gesucht habe. «Er hat sich dann wohl irgendwo niedergelassen, wo er tagsüber aufgescheucht wurde und sich dann zufällig in dem Optikergeschäft verirrte», so Gröflin. «Wer weiss, vielleicht wollte der Fuchs aber auch einfach nur eine Brille erwerben», scherzt er.

Begegnet man einem Fuchs in der Stadt, gibt es laut Gröflin einige Dinge zu beachten. «Am Besten ist es, alle Fluchtwege offen zu lassen, damit er sich ruhig und friedlich zurückziehen kann», rät er. Auch sollte man die Tiere weder versuchen anzufassen noch anzulocken oder gar zu füttern.

Ein News-Scout filmte den tierischen Gast im Basler Brillengeschäft.

20 Minuten/News-Scout

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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