Nadine-Vinzens-Freund: «Man sollte die Jury erschiessen!»
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Nadine-Vinzens-Freund«Man sollte die Jury erschiessen!»

Nadine Vinzens bezeichnete ihn als «Freund» und posierte für sein Magazin «Girls Gone Wild». Nun muss Joe Francis wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung in den Knast.

von
obi

Lange wurde er als Star gefeiert, seine Erfolgsstory als beispielhaft für die Popkultur im digitalen Zeitalter zitiert. Doch Joe Francis, Gründer und Inhaber der Produktionsfirma Mantra Films, welche die überaus erfolgreichen «Girls Gone Wild»-DVDs herausgibt, eilte stets ein zweifelhafter Ruf voraus.

So wurde der Mann, den Nadine Vinzens 2009 als «guten Freund» bezeichnete (sie posierte nackt im «Girls Gone Wild»-Magazin), mehrfach verhaftet, unter anderem wegen des Verdachts, Minderjährige zu sexuellen Handlungen verführt zu haben. In der Vergangenheit wurde er auch wegen Nötigung, gar wegen Vergewaltigung verklagt. Einige der Fälle endeten in einem Vergleich.

«Keine Reue»

Nun wurde Joe Francis von einem Gericht in Santa Monica zu acht Monaten Gefängnis, 26 Monaten Bewährung und einem Jahr Aggressionsbewältigungs-Therapie und psychologischer Betreuung verurteilt. Laut der «Los Angeles Times» hatte ihn im Mai eine Jury in insgesamt fünf Fällen von widerrechtlicher Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Behinderung einer Zeugenaussage für schuldig befunden. Nun wurde das Strafmass verkündet.

Francis äusserte sich dazu in einem Interview mit «The Hollywood Reporter»: «Ich will, dass die Jury weiss, dass jeder und jede von euch geistig f***ing behindert ist und dass ihr eingeschläfert werden solltet, weil, wie es Darwin sagte, ihr habt euch selbst selektioniert. Ihr seid die schwächsten Mitglieder der Herde. Auf Wiedersehen! Und wenn diese Jury mich verurteilen will, weil ich nicht erschien, dann sollte man sie an die Wand stellen und erschiessen.»

Wenig verwunderlich, dass diese Aussage vom zuständigen Staatsanwalt Mitch Fox als Beweismittel eingeschätzt wurde. «Dies sind die Worte eines gewalttätigen Mannes, der keine Reue zeigt», so Fox zum Richter.

«Ich besitze die Polizei!»

Die Verurteilung bezieht sich auf ein Ereignis von 2011. Drei Freundinnen wurden während einer Maturfeier in Los Angeles von Francis angesprochen und zu einer After-Party in seiner Privatvilla eingeladen. Eine der Frauen sagte aus, Francis habe sie «aggressiv» in seine Limo gezerrt. Weil sie nicht von ihren Freundinnen getrennt werden wollte, kam es zu einer Handgreiflichkeit, bei der Francis eine der Frauen am Hals packte, an den Haaren zog und zu Boden warf. Laut Zeugen stiess er ihren Kopf mehrmals auf den Boden. «Mach nur, ruf die Polizei doch an! Ich besitze die Polizei!», sagte er. Als ein Taxi auftauchte, versuchte Francis den Fahrer zu überreden, keine Aussage zu machen.

Viele Kommentatoren, die mit Francis bekannt sind, bezeichnen den «Girls Gone Wild»-Chef als gefährlichen Menschen, der bisher allein aufgrund seiner Geldmittel um eine harte Bestrafung herumgekommen sei. Nun hat der zuständige Richter in Santa Monica ihm ein «explosives Temperament» attestiert und deklariert, er müsse «eine gewisse Zeit lang verwahrt werden». Man erwartet jedoch, dass Francis das Urteil anfechten und die Kaution von 250'000 Dollar bezahlen wird.

«Girls Gone Wild»-Videos beruhen auf einem sehr einfachen Erfolgskonzept: Joe Francis überredet betrunkene Mädchen, ihre Brüste zu zeigen – und mehr. Als Lohn gibt es ein «Girls Gone Wild»-T-Shirt.

«Hey Mädels, wollt ihr T-Shirts?» und 50 Prozent der Befragten ziehen sich aus. Oft werden die angesprochenen Mädchen von der Kameracrew auf bereitstehende «Girls Gone Wild»-Cars, Hotelzimmer oder andere Locations eingeladen, wo die gefilmte Handlung gerne sexuelle Akte beinhaltet.

«professionelle Pornodarsteller haben mich nie angeturnt». Die Filmcrews bestehen aus gutaussehenden unter 30-jährigen Männern, die vertraglich verpflichtet sind, Single zu sein. Es gibt Boni für Crews, die besonders attraktive Damen filmen oder Mädchen, die eben erst 18 Jahre alt wurden.

Freigabe-Formular unterzeichnen. Minderjährige werden nicht gefilmt, doch in der Praxis lassen sich diese Ziele oft nicht einhalten. 2006 wurde Francis' Firma zu einer Busse verurteilt, weil sie das Alter der gefilmten Personen nicht eindeutig belegen konnte. Joe Francis selbst wurde mehrfach verhaftet, unter anderem wegen Verdachts, Minderjährige zu sexuellen Handlungen verführt zu haben. Auch wurde er in der Vergangenheit wegen Nötigung, gar wegen Vergewaltigung verklagt.

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