Aktualisiert 21.03.2017 19:42

Leser nehmen Stellung«Man sollte Schleicher bestrafen wie Raser»

Auch zu langsam fahrende Autofahrer können in bestimmten Situationen gebüsst werden. Nun erzählen die Leser, was sie von Schleichern halten.

von
F. Dubler
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Die Polizei kann einen zu langsam fahrenden Lenker büssen, respektive diesen zur Anzeige bringen. Das kommt aber gemäss Gian Andrea Rezzoli, Sprecher der Kantonspolizei St.Gallen, selten vor.

Die Polizei kann einen zu langsam fahrenden Lenker büssen, respektive diesen zur Anzeige bringen. Das kommt aber gemäss Gian Andrea Rezzoli, Sprecher der Kantonspolizei St.Gallen, selten vor.

Keystone/Walter Bieri
Viele Leser sind wegen solcher Schleicher genervt und fordern gleiche Bussen wie für Schnellfahrer.

Viele Leser sind wegen solcher Schleicher genervt und fordern gleiche Bussen wie für Schnellfahrer.

Keystone/Monika Flueckiger
Gerade auf der Autobahn würden viele Automobilisten ständig links fahren oder bei der Auffahrt zu wenig beschleunigen.

Gerade auf der Autobahn würden viele Automobilisten ständig links fahren oder bei der Auffahrt zu wenig beschleunigen.

Keystone/edi Engeler

Das Thema der schleichenden Autofahrer bewegt die Leser: Fast 90 Prozent gaben bei der Umfrage unter 11'740 Teilnehmern an, von Schleichern genervt zu sein. Nur gerade 10 Prozent sehen sich als geduldige Autofahrer, die sich darüber nicht aufregen. Was die Leser an den Schleichern besonders nervt, lässt sich den Kommentaren entnehmen.

Gleiche Bussen gefordert wie für Schnellfahrer

Leser D. Mehr sagt beispielsweise: «Ich erlebe immer wieder solche Schleicher, die statt der erlaubten 100 km/h nur zwischen 60 und 80 km/h fahren und eine Kolonne hinter sich herziehen. Kein Wunder, dass sich dann genervte Fahrer/Innen zu Überholmanövern hinreissen lassen!»

Dem pflichtet Peter Furrer bei und fordert: «Man sollte die Schleicher genau gleich bestrafen wie Raser. Wer 30 zu langsam schleicht, gibt den Ausweis ab!»

Es gebe Leute, die arbeiten müssen und nicht ständig Zeit hätten, bis zu 20 km/h langsamer zu fahren, sagt Leser Mike. «Schweiz: das Land der Autoschleicher und Egoistenfahrer!»

Kurzer Beschleunigungsweg auf der Autobahn

Viele User regen sich vor allem über Autofahrer auf, die zu langsam auf die Autobahn fahren oder ständig links bleiben. «Generell ist es mir egal, wenn jemand langsamer fahren möchte, aber das Rechtsfahrgebot sollte beachtet werden», so Leser Fydagh.

Zudem sei es mühsam, auf der Beschleunigungsspur mit 60 hinter jemandem herfahren zu müssen.«Lasst uns endlich rechts überholen. In anderen Ländern geht das ja auch», fordert Hubit.

Gründe für zurückhaltendes Fahren sehen die Leser verschiedene. «Der Blitzerwahn von Vater Staat zeigt Wirkung!», so User Bimbo77. Das schrecke viele ab. Das angezeigte Tempo auf dem Tacho zeige zudem meist eine etwas höhere Geschwindigkeit an, als man effektiv fahre, halten andere fest.

Wie auch die Kantonspolizei Zürich schon erwähnte, ist die Verlangsamung des Tempos häufig in der Ablenkung begründet. «Oft sind die Autofahrer abgelenkt, sei es durch Mitfahrer oder Telefonieren», meint User Lip_67. Die meisten Fahrer, die schleichen und Zickzacklinien fahren würden, hätten das Handy am Ohr oder würden SMS schreiben, meint auch Leserin Suzanne.

«Warum so gestresst?»

Aber nicht alle Leser finden Schleicher doof. Einige ärgern sich auch über die Drängler. «Es gibt auch viel zu viele stressige Autofahrer, die nahe aufschliessen und viel zu schnell fahren. Da nehme ich mir lieber fünf Minuten mehr Zeit und fahre etwas früher los», sagt Leser Giorgio. Und Slow Driving findet, die angeschriebenen Tempolimiten seien absolute Höchstgeschwindigkeiten, die nur bei optimalen Bedingungen, gutem Tageslicht und wenig Verkehr zu vertreten seien.

Felix Heinzer fragt denn auch die anderen Leser: «Warum sind eigentlich alle so gestresst? Ich komme auch gern zügig voran und nutze die Höchstgeschwindigkeiten aus. Fährt mal jemand langsamer, was solls? Hauptsache, ich erreiche sicher mein Ziel.»

CVP-Ständerat will keine Mindestfreiheitsstrafe für Raser

Mit dem Vorstoss «Via sicura – Zurück zur Vernunft» will CVP-Ständerat Beat Rieder (VS) die Raser-Strafnorm lockern, wie der «Blick» berichtet. Konkret fordert er, dass die Mindest-Freiheitsstrafe von einem Jahr für Raser fallen soll. Eine Mindeststrafe schränke das Ermessen der Gerichte ein und sei nicht sinnvoll, so Rieder. 17 weitere Ständeräte der SVP, CVP und FDP unterstützen Rieders Vorstoss.

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