18.07.2016 21:31

Spital in Ottawa

Manager finden das Essen der Patienten schrecklich

Spital-Manager haben den Selbstversuch gewagt – eine Woche lang ernährten sie sich von Spital-Essen. Änderungen seien dringen nötig, so ihr Fazit.

von
vbi
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Am Ottawa Hospital gab es in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden der Patienten wegen des Spitalessens. (Symbolbild)

Am Ottawa Hospital gab es in der Vergangenheit immer wieder Beschwerden der Patienten wegen des Spitalessens. (Symbolbild)

Keystone/Gaetan Bally
Vor kurzem hat das Spitalmanagement das Essen in einem Selbstversuch getestet.

Vor kurzem hat das Spitalmanagement das Essen in einem Selbstversuch getestet.

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CEO Dr. Jack Kitts hat darauf beschlossen, dass das Essen besser werden muss.

CEO Dr. Jack Kitts hat darauf beschlossen, dass das Essen besser werden muss.

Screenshot youtube

Über Jahre beklagten sich immer wieder Patienten über die schlechte Essensqualität im Spital von Ottawa. Und das mit Erfolg, wie der «Ottawa Citizen» schreibt. Einige Manager des Spitals wagten den Selbstversuch. Eine Woche lang assen sie drei Menüs pro Tag und sind zum Schluss gekommen: Das Essen ist schrecklich.

Frisches Buffet statt Abgepacktes

Neu soll es statt unappetitlicher Menüs zeitgemässes Essen wie etwa Quinoasalat oder frisch zubereitete Sandwiches geben. Zudem sollen den Patienten die Essenszeiten nicht mehr strikt vorgegeben werden. Sie sollen die Möglichkeit haben, dann zu essen, wenn sie Hunger haben.

Statt vorbereiteter Tabletts mit abgepacktem Brot sollen die Patienten in der kanadischen Hauptstadt ein kontinentales Frühstück erhalten, das Buffet wird direkt bei ihnen im Zimmer vorbeifahren. So kann jeder auswählen, worauf er Lust hat. Und auch die anderen Mahlzeiten sollen besser den jeweiligen Bedürfnissen und Therapien angepasst werden.

Eine Million Essen pro Jahr

Obwohl das Management einen dringenden Handlungsbedarf festgestellt hat, braucht die Veränderung einige Jahre. Immerhin muss das Spital pro Jahr eine Million Essen für eintausend Patienten pro Tag zubereiten. Und viele von ihnen brauchen eine spezielle Diät, was die ganze Versorgung anspruchsvoll macht.

Als Ausrede soll das aber bald nicht mehr gelten. Für Kevin Peters, Direktor von Food Services, ist klar: «Bis jetzt war das Essen fad, institutionalisiert und nicht das, was Menschen normalerweise essen.» Manager dazu zu bringen, sich eine Woche lang wie Patienten zu ernähren, hat bereits in anderen kanadischen Spitälern zu positiven Veränderungen geführt.

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