Goldküste Zürich: Manager onaniert im Auto vor Minderjährigen
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Goldküste ZürichManager onaniert im Auto vor Minderjährigen

Ein Produkt-Manager (31) aus dem Bezirk Meilen ZH hat mindestens acht Mädchen auf offener Strasse abgepasst und vor ihnen onaniert. Jetzt wurde er verurteilt.

von
A. Szenogrady
Die Staatsanwaltschaft IV verhängte das Urteil.

Die Staatsanwaltschaft IV verhängte das Urteil.

20 Minuten/ram

Der heute 31-jährige Serien-Sextäter fand sein erstes Opfer am 1. Oktober 2014 in Oetwil am See ZH. Als eine 14-jährige Schülerin am späten Nachmittag über die Willikonerstrasse ging, tauchte plötzlich ein schwarzes Auto auf und schnitt dem Mädchen auf dem Trottoir den Weg ab. Dann öffnete der unbekannte Mann das Fenster und begann vor dem minderjährigen Opfer an seinem entblössten Penis zu hantieren.

Laut Anklage so lange, bis die erschrockene Schülerin diese Handlungen als Masturbation wahrnahm. Dann startete der Täter den Motor und fuhr davon. Dies war der Auftakt zu einer unheimlichen Serie, die bis zum Juni 2015 andauerte.

Minderjährige Schülerinnen als Opfer ausgesucht

Am 16. Januar 2015 schlug der Unhold erneut zu. Diesmal vor einer Alterssiedlung an der Wührstrasse in Uster ZH – wobei der Täter am Morgen kurz nach sieben Uhr gleich zwei Mädchen im Alter von elf und zwölf Jahren ausbremste, die unterwegs auf ihrem Schulweg waren.

Im Auto sitzend legte er, wie schon in Oetwil am See, abermals Hand an sich. Danach suchte er das Weite. Nur vier Tage später trieb der Mann erneut in Uster sein Unwesen, wo er sich an der Haberweidstrasse einer elf-jährigen Schülerin onanierend präsentierte.

Ein Opfer zum zweiten Mal abgepasst

Am 23. Januar 2015 war Unhold erneut in Oetwil am See unterwegs. An der Vogelsangstrasse passte er sein erstes Opfer zum zweiten Mal ab und bezog es erneut bei seinen sexuellen Handlungen ein. In den nächsten Monaten kam es einmal in Esslingen und drei Mal in Uster zu weiteren sexuellen Handlungen.

Unter anderem überraschte der Täter am 4. Februar in Uster zwei 10-jährige Mädchen. Am 11. Juni 2015 kam es zum letzten Vorfall, als er seinen nackten Penis an der Apothekerstrasse in Uster einer 15-Jährigen präsentierte.

Danach konnte die Polizei den Serien-Sextäter endlich stoppen und festnehmen. Wie die zuständige Staatsanwältin bestätigte, legte der Schweizer Staatsangehörige in der Folge ein umfassendes Geständnis ab.

Bisher unauffällig und keine Vorstrafen

Erstaunlich war, dass der heute 31-jährige Produkt-Manager bis zum Herbst 2014 ein unauffälliges Leben geführt hatte und keine Vorstrafen aufwies. In seiner Wohngemeinde des Bezirks Meilen ist er auch in einem Sportverein als Hockey-Spieler aktiv. Die Ermittlungen ergaben, dass er jedes Mal auf gleiche Weise vorgegangen war: Er befand sich jeweils mit seinem Personenwagen auf dem Weg zu seinem Arbeitsplatz im Zürcher Unterland oder auf dem Heimweg.

Die Untersuchungsbehörden konnten insgesamt acht Schülerinnen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren als Opfer ausfindig machen. In den meisten Fällen schlug er am Morgen zu, als sich die Mädchen auf dem Weg in die Schule befanden. Dabei soll der ledige Absolvent einer Kaderschule die Geschädigten jeweils beim Vorbeifahren wahrgenommen und sich spontan zu den Taten entschlossen haben.

Hohe Geldstrafe und happige Busse

Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat nun die Staatsanwaltschaft IV den Ersttäter wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit Kindern zu einer hohen, aber bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 110 Franken verurteilt. Wobei er die 19 800 Franken nicht bezahlen muss – die zusätzliche Busse von 3 960 Franken hingegen schon.

Nicht zuletzt muss der Serien-Täter die Verfahrenskosten von 4150 Franken tragen. Ob er seinen Opfern finanzielle Abfindungen bezahlen soll, geht aus dem jetzt eröffneten Strafbefehl nicht hervor. Das Urteil ist jedenfalls rechtskräftig.

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