Aktualisiert 13.11.2007 12:20

Manager sahnen ab, Mehrheit ohne Lohnerhöhung

In der Schweiz sind die Löhne der Mehrheit der Arbeitnehmenden im vergangenen Jahr nur gering gestiegen. Stark gewachsen sind dagegen die Saläre der Topmanager.

Frauen verdienten 18,9 Prozent weniger als Männer, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Lohnstrukturerhebung hervorgeht.

Im vergangenen Jahr belief sich der Medianlohn auf 5.674 Franken. Dies bedeutet, dass die eine Hälfte der Löhne über und die andere Hälfte unter diesem Wert lag, wie ein Vertreter des Bundesamts für Statistik (BFS) an einer Medienkonferenz in Bern sagte. Gegenüber 2004 nahm dieser Wert um 126 Franken zu.

Die untersten 20 Prozent auf der Lohnskala verdienten weniger als knapp 4300 Franken brutto monatlich, die obersten 20 Prozent über gut 8000 Franken. Zwischen den Branchen bestanden mittlere Unterschiede von über 4000 Franken pro Monat. Überdurchschnittliche Löhne zahlen etwa die Banken und die Chemische Industrie. Am tiefsten sind die Löhne im Detailhandel und im Gastgewerbe. Im Gastgewerbe lag der Schnitt unter 4000 Franken.

Der Anteil der Tieflohnstellen ist seit dem Jahr 2000 kontinuierlich gesunken. Und zwar sank er zwischen 2000 und 2006 von 10,9 Prozent auf 6,2 Prozent. Knapp 200 000 Arbeitnehmer waren 2006 noch Tieflohnbezüger. Deutlich zugelegt haben die Topmanager. Zwischen 2004 und 2006 stiegen ihre Löhne um durchschnittlich 5,3 Prozent auf rund 21 500 Franken. Bei den Topmanagern der Banken und Versicherungen stiegen die Gehälter sogar um 23 und 24 Prozent auf Summen um 40 000 Franken. Im Vergleich zwischen Ausländern und Schweizern zeigt sich laut BFS, dass Ausländer in Stellen mit dem höchsten Anforderungsniveau etwas mehr verdienten als Schweizer, auf dem niedrigsten Niveau hingegen verdienten Schweizer mehr als Ausländer.

Die Löhne der Frauen lagen 2006 weiterhin deutlich unter denen der Männer. Und zwar verdienten die Frauen mit einem Lohn von 4926 Franken im Monat 18,9 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Zwei Jahre zuvor betrug der Unterschied 19,7 Prozent. Laut einer Studie sind 60 Prozent der Unterschiede auf objektive Faktoren wie Alter, Ausbildung, Dienstalter oder Wirtschaftssektor zurückzuführen. Bei den übrigen 40 Prozent handelt es sich aber um Lohndiskriminierungen.

Grosse Unterschiede gibt es aber auch zwischen den Regionen. Deutlich über dem Medianlohn lagen die zwei Grossregionen Zürich und Nordwestschweiz. Die Spitze bildet dabei die Grossregion Zürich mit einem Medianlohn von 6154 Franken. Am Schluss der Rangliste liegt das Tessin mit 4899 Franken. Die Rangfolge ist die gleiche geblieben wie vor zwei Jahren. Allerdings haben sich die Extreme gemäss Erhebung akzentuiert.

Weiter erhalten ungefähr ein Viertel der Angestellten in der Schweiz Boni. Der Anteil der Boni an der Lohnsumme betrug im vergangenen Jahr durchschnittlich 4,8 Prozent. Zwei Jahre zuvor waren es 3,7 Prozent. Der Tertiärsektor verteilt rund zwei Mal mehr Boni als der Sekundärsektor. Die Schweizerische Lohnstrukturerhebung basiert auf Daten von 1,5 Millionen Arbeitnehmenden und 46 300 privaten und öffentlichen Unternehmen. (dapd)

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