Martin Senn: Manager-Suizid ist kein Einzelfall

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Martin SennManager-Suizid ist kein Einzelfall

Der Tod von Ex-Zurich-Chef Martin Senn sorgt für grosse Betroffenheit. In den letzten Jahren kam es mehrfach zu solch traurigen Schlagzeilen.

von
kwo
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War während sechs Jahren Zurich-Chef: Martin Senn als Chef der Zurich Financial Services in Zürich. (1. März 2012)

War während sechs Jahren Zurich-Chef: Martin Senn als Chef der Zurich Financial Services in Zürich. (1. März 2012)

Keystone/Samuel Truempy
Sein Abgang Anfang Dezember 2015 erfolgte unerwartet und soll auf Druck der Investoren erfolgt sein: Senn (r.) mit Finanzchef George Quinn an der Bilanz-Medienkonferenz vom 12. Februar 2015.

Sein Abgang Anfang Dezember 2015 erfolgte unerwartet und soll auf Druck der Investoren erfolgt sein: Senn (r.) mit Finanzchef George Quinn an der Bilanz-Medienkonferenz vom 12. Februar 2015.

Keystone/Walter Bieri
Wie ein Bekannter zum «Blick» sagte, sollen der Macht- und Prestigeverlust Senn schwer getroffen haben: Senn am World Economic Forum in Davos. (25. Januar 2012)

Wie ein Bekannter zum «Blick» sagte, sollen der Macht- und Prestigeverlust Senn schwer getroffen haben: Senn am World Economic Forum in Davos. (25. Januar 2012)

Keystone/Jean-Christophe Bott

Der Versicherungskonzern Zurich reagierte betroffen auf den Hinschied von Ex-CEO Martin Senn. In einer Nachricht an die Presse schrieb das Unternehmen: «Mit Martin verlieren wir nicht nur einen verdienstvollen ehemaligen CEO und wertvollen früheren Arbeitskollegen, sondern auch einen guten Freund.»

Senn ist bereits der zweite Manager der Zurich innert drei Jahren, der Suizid begeht. 2013 hatte sich der 53-jährige Finanzchef Pierre Wauthier das Leben genommen. Er war tot in seiner Wohnung gefunden worden. Senn, der sich letzten Freitag das Leben genommen hat, wurde 59-jährig.

Der Versicherungskonzern Zurich bringt auf den sozialen Medien seine Trauer zum Ausdruck:

Suizide von Managern sorgten in den letzten Jahren regelmässig für Schlagzeilen und für öffentliche Betroffenheit. Im Folgenden eine Übersicht über die meistbeachteten Fälle seit 2008.

Pierre Wauthier: Am 25. August 2013 beging der Ex-Finanzchef der Zurich, Pierre Wauthier, Suizid. Sein Abschiedsbrief gab damals Anlass zur Vermutung, dass bei der Arbeit «ungebührlicher Druck» auf ihn ausgeübt worden war. Vor allem Verwaltungsratspräsident und Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sei in dem Schreiben erwähnt worden. Eine Abklärung der Finanzmarktaufsicht (Finma) sprach aber alle Beschuldigten von allen Vorwürfen frei.

Carsten Schloter: Der damalige Swisscom-CEO wurde am 23. Juli 2013 leblos in seiner Wohnung im freiburgischen Villars-sur-Glâne gefunden. Die Polizei bestätigte danach, dass es sich beim Tod um Suizid handelte. Der passionierte Ausdauersportler wurde 49 Jahre alt.

Adrian Kohler: Im Alter von 53 Jahren beging der Chef der Ricola-Bonbons am 24. November 2011 Suizid. Zuvor hatte ihn der Verwaltungrat über «Unregelmässigkeiten in seiner persönlichen Geschäftsbesorgung» informiert.

David Kellermann: Im Zuge der Finanzkrise verstaatlichte die US-Regierung die Hypothekenbank Freddie Mac. Zu viel für den 41-jährigen Finanzchef der Bank David Kellermann: Er erhängte sich am 22. April 2009 in einem Vorort von Washington.

Steven L. Good: Der 52-jährige Chef des US-Immobilienauktionshauses Sheldon Good & Company Auctions International nahm sich am 6. Januar 2009 das Leben.

Adolf Merckle: Am 5. Januar 2009 nahm sich der Deutsche wegen grosser Verluste der von ihm besessenen Firmen, zu denen die Baselbieter Mepha gehörte, das Leben.

Christen Schnor: Am 16. Dezember 2008 stirbt der dänische Topbanker im Alter von 49 Jahren in einer Suite eines Londoner Luxushotels – ein weiterer Selbstmord.

Alex Widmer: Der damalige Chef der Privatbank Julius Bär beging am 3. Dezember 2008 im Alter von 52 Jahren in Baden Selbstmord. (kwo/sda)

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