Publiziert

Coiffeur-Umsätze unter Vor-Corona-Niveau«Manche Kunden kommen nur noch alle zehn statt alle sechs Wochen»

Kunden zögern den Haarschnitt hinaus, verzichten auf das Färben oder legen gleich selbst Hand an: Die Coiffeur-Branche hat noch nicht zu ihrer Vor-Corona-Form zurückgefunden.

1 / 8
Die Umsätze der Coiffeure bewegen sich derzeit noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. (Symbolbild)

Die Umsätze der Coiffeure bewegen sich derzeit noch deutlich unter dem Vor-Corona-Niveau. (Symbolbild)

Getty Images
Irene Moser, Präsidentin Sektion Berner Oberland von Coiffeur Suisse, und Christian Reichenbach, Präsident Bern und Umgebung, sprechen von derzeit 10 bis 15 Prozent Umsatzrückgang, (Symbolbild)

Irene Moser, Präsidentin Sektion Berner Oberland von Coiffeur Suisse, und Christian Reichenbach, Präsident Bern und Umgebung, sprechen von derzeit 10 bis 15 Prozent Umsatzrückgang, (Symbolbild)

Getty Images
Manche Kunden würden sich nun mehr Zeit lassen zwischen den Coiffeurbesuchen, sagt Moser. (Symbolbild)

Manche Kunden würden sich nun mehr Zeit lassen zwischen den Coiffeurbesuchen, sagt Moser. (Symbolbild)

imago images/Hans Lucas

Darum gehts

  • Die Einnahmen der Coiffeur-Geschäfte bewegen sich derzeit noch zwischen 10 und 15 Prozent unter jenen vor dem Lockdown im letzten Frühling.

  • Die Gründe: Manche Kunden warten mit dem Haarschnitt länger zu, andere greifen zuhause zur Maschine. Zudem habe das Geschäft mit dem Färben gelitten, erzählen die Präsidenten der Berner Sektionen des Berufsverbandes Coiffure Suisse.

  • Sie appellieren an ihre Berufskolleginnen und -kollegen, auf Social Media Präsenz zu markieren – und Freude an der Arbeit zu demonstrieren.

Coiffeur-Salons dürfen ihren Betrieb auch nach den neusten Verschärfungen der Corona-Massnahmen fortsetzen. Nach dem Lockdown im letzten Frühling gehörten sie ausserdem zu den ersten, die wieder öffnen konnten.

Vollständig erholt hat sich die Branche seither aber nicht. Nach wie vor würden sich die Umsätze im Schnitt zwischen 10 und 15 Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau bewegen, sagt Irene Moser, die den Salon Acero in Beatenberg führt. Sie ist zugleich Präsidentin der Sektion Berner Oberland des Coiffeur-Verbandes Coiffure Suisse und steht regelmässig mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus der Region im Austausch.

Färben ist weniger gefragt

Manche Leute würden sich nun mehr Zeit lassen zwischen den einzelnen Coiffeur-Besuchen. «Anstatt alle sechs kommen sie nur noch alle zehn Wochen», sagt Moser. Ganz nach der Devise: Im Homeoffice brauchts nicht zwingend einen guten Haarschnitt. Andere Kunden seien ganz weggeblieben: So hätten Männer im Lockdown teils zur Maschine gegriffen oder sich von der Freundin den Kopf scheren lassen – und diese Praxis danach beibehalten.

Ein weiterer Grund für die Mindereinnahmen: Das Färbegeschäft ist zurückgegangen. «Viele reifere Kundinnen haben sich nach dem Lockdown entschieden, ihre grauen Haare herauswachsen zu lassen anstatt nachzufärben», erklärt Christian Reichenbach, Inhaber von Haute Coiffure Christian in Bern und Präsident der Sektion Bern und Umgebung des Coiffeur-Verbandes. Dies hätten ihm mehrere Berufskolleginnen und -kollegen bestätigt. Hinzu komme, dass manche Seniorinnen und Senioren und Risikopatienten den Coiffeur aus Angst vor einer Ansteckung meiden würden. Auch Reichenbach spricht von einem Umsatzdefizit zwischen 10 und 13 Prozent.

Werben statt jammern

Doch klagen mögen weder der Stadtberner Coiffeur noch die Oberländer Hairstylistin. Reichenbach legt den Betrieben ans Herz, gegen aussen Präsenz zu markieren und etwa auf Social Media für neue Frisuren und Produkte zu werben: «Die Leute müssen sehen, dass man noch da ist.» Mit Kaufanreizen, wie Gutscheinen, könnten ebenfalls Kunden angelockt werden. Zudem ist laut Reichenbach wichtig, immer wieder auf die Schutzkonzepte hinzuweisen, um gerade älteren Menschen die Angst zu nehmen.

Mosers Tipp an die Coiffeur-Salons ist so simpel wie einleuchtend: Anstatt über die Masken und andere Hygienemassnahmen zu lamentieren, solle man den Kunden zeigen, dass man Freude an der Arbeit habe. Dies sei noch immer die beste Werbung.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

(sul)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
69 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

807687

15.01.2021, 12:05

Ich gehe erst wieder zum Coiffeur, wenn die Maskerade vorbei ist. Schliesslich braucht meiner Meinung nach der Coiffeur mein ganzes Gesicht zu sehen, um die Frisur diesem optimal anzupassen. Zudem habe ich ein ärztliches Attest und bekomme sogar Atemprobleme - wohl wegen der Material-Partikel der Masken - wenn ich mit vielen Maskitos auf kleinem Raum zusammengepfercht bin (ÖV).

Gere12

15.01.2021, 07:53

Das Problem ist doch es hat immer mehr. In Bern hat es fast mehr Clanhaarschelme als Ratten in den Kellern. 17.- ? Schaut da niemand hin? Die verdrängen die alt eingesessenen Haarstudios. Ich gehe noch immer zu meinem Stammhaarschneider und das bleibt halt so. Ich bezahle gerne mehr.

Lömmel

14.01.2021, 17:42

Man kann ja auch nicht in den Ausgang usw.. weshalb sollte ich dann immer eine chice frisur haben:)