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Aare-Böötler«Manche Leute steuern die Pfeiler absichtlich an»

Gleich zweimal musste die Polizei in den letzten Tagen wegen gekenterten Booten bei der Auguetbrücke in Belp ausrücken. Bei den Brückenpfeilern lauert Todesgefahr.

von
aha
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Die Auguetbrücke bei Belp mit ihren Pfeilern. Hier bleiben immer wieder...

Die Auguetbrücke bei Belp mit ihren Pfeilern. Hier bleiben immer wieder...

... Schlauchboote hängen. Für die...

... Schlauchboote hängen. Für die...

Leser-Reporter
... Böötler eine tödliche Gefahr. Allein diese Woche musste die Polizei...

... Böötler eine tödliche Gefahr. Allein diese Woche musste die Polizei...

Keystone/Peter Schneider

Ein Leser-Reporter aus Muri ist besorgt: Bei der Belper Auguetbrücke bieten sich ihm regelmässig verstörende Szenen. Immer wieder beobachtet er im Sommer, wie Boote gegen den Brückenpfeiler der Auguetbrücke fahren. «Manche Leute steuern die Pfeiler absichtlich an, einfach aus Spass!» Erst am Montagnachmittag sah der Mann wieder ein Gummibot, das sich an einem Brückenpfeiler verfangen hatte: «Die Polizei musste ausrücken.»

Wie gefährlich das sein kann, zeigt der tödliche Unfall zweier Frauen vom letzten Sommer. Die nicht ortskundigen Böötlerinnen waren mit dem Boot gegen einen Pfeiler der Auguetbrücke geprallt und wurden unter Wasser gezogen. «Ein Boot, das gegen einen Pfeiler prallt, füllt sich in Sekundenbruchteilen mit Wasser», so der Leser-Reporter. «Die Insassen würden unter Wasser gedrückt.» Unwissenheit und Dummheit seien die häufigsten Ursachen für Böötler-Unfälle, so der Mann.

Schwimmweste tragen

Christoph Gnägi, Sprecher der Kantonspolizei Bern, bestätigt auf Anfrage von 20 Minuten den Einsatz vom Montag: «Am Nachmittag kenterte bei der Auguetbrücke ein Boot, weil es gegen den Pfeiler prallte.» Die vier Insassen konnten sich unverletzt an Land retten. «Dies auch, weil alle Schwimmwesten trugen», so Gnägi. Alkohol sei nicht im Spiel gewesen.

Genaue Zahlen zu Bootsunfällen auf der Aare gibt es nicht. Laut Gnägi war es aber schon am Tag davor zu einem ähnlichen Vorfall an der gleichen Stelle gekommen. Auch hier blieben die Insassen unverletzt. Er rät den Aareböötlern dringend, Schwimmwesten zu tragen und Boote nicht zusammenzubinden. Ebenfalls soll man eine Adresse oder Telefonnummer am Boot anbringen, damit nach einem Unfall rasch geklärt werden kann, ob sich noch jemand im Wasser befindet.

Todesfalle Brückenpfeiler

Die Bergung von am Pfeiler festhängenden Booten sei oft langwierig. «Je stärker die Strömung, desto stärker der Druck, mit dem das Boot gegen den Pfeiler gedrückt wird», so Gnägi. Auch beim Vorfall am Montag sei die Bergung des Bootes aufwändig gewesen.

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