Champions League: Manchester holt Remis in Madrid
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Champions LeagueManchester holt Remis in Madrid

Manchester United erkämpft sich im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League ein 1:1 bei Real Madrid. In der zweiten Partie trennen sich Schachtar Donezk und Borussia Dortmund 2:2.

Real Madrid verpasste trotz grossem Aufwand und guter Leistung im Top-Spiel der Champions-League-Achtelfinals gegen Manchester United eine gute Ausgangslage für das Rückspiel. Das Duell im Bernabéu endete nach den Toren von Welbeck (20.) und Ronaldo (30.) 1:1.

Für Real Madrids Coach José Mourinho war es das «beste Duell unter den Achtelfinals». Manchesters Trainer Sir Alex Ferguson sagte, Real gegen ManU sei besser als Barcelona gegen Manchester. Die beiden Coaches, «The Special One» hier und «The Boss» dort, legten die Latte hoch für dieses Achtelfinal-Hinspiel. Enttäuscht haben ihre Spieler die Fans nicht. Real gegen Manchester United war ein rassiges, phasenweise sogar hochklassiges Spiel.

Real mit mehr Ballbesitz

Es endete am Ende und nach den Toren in der ersten halben Stunde unentschieden, obwohl Real mehr in Ballbesitz war und mehr Chancen hatte. Doch unverdienter Lohn ist die gute Ausgangslage für Manchester United nicht. Die Engländer haben nicht so viele klingende Namen in ihren Reihen, mit Wayne Rooney und Robin van Persie genau genommen nur zwei Stars der Szene. Doch Manchester United war gut organisiert, vom Tempo Reals nie überfordert und hatte in der letzten Viertelstunde durch seinen Topskorer Van Persie, der zuvor 75 Minuten lang blass geblieben war, sogar die drei besten Chancen auf den Sieg.

Manchesters Trainer Sir Alex Ferguson sprach am Tag vor dem Spiel von Überraschungen, die er und sein Team für Real und die Zuschauer bereit halten würden. Dass Manchester United dann schon nach 20 Minuten und nach einem Corner sowie dem Kopfball von Danny Welbeck in Führung ging, kam allerdings auch für den Schotten überraschend. Nichts hatte in den Startminuten nämlich auf einen frühen Treffer der Engländer hingedeutet. Zu sehr war der Leader der Premier League damit beschäftigt, Schaden vor dem eigenen Tor zu verhindern.

Real über weite Strecken die bessere Mannschaft

Real griff von Beginn weg schwungvoll an. Der Auftritt der Mannschaft von José Mourinho war nach vielen Enttäuschungen in der Meisterschaft am Tag X, zum Beginn der K.o.-Phase der Champions League, weitgehend gut und dominant. Real kombinierte schnell und zielstrebig und spielte die Bälle bei jeder Gelegenheit in die Tiefe. Doch es dauerte 30 Minuten und bis nach dem Gegentor, bis Real erfolgreich war. Cristiano Ronaldo schoss es, natürlich er, der in der Primera Division in dieser Saison in 22 Spielen schon 24 Treffer erzielt hat. Nach der Flanke von Angel Di Maria überragte Ronaldo Gegenspieler Patrice Evra bei weitem und köpfte sehenswert ein.

Das Handicap war wett gemacht, doch das allein reichte einem der Top-Favoriten auf den Titel im Heimspiel selbstredend nicht. Nach der Pause erhöhte Real den Druck weiter. Di Maria versuchte es mit zwei Weitschüssen (50./52.), der Portugiese Fabio Coentrão, der schon in der 5. Minute bei einem Pfostenschuss Pech gehabt hatte, scheiterte an der spektakulären Fussabwehr von Manchesters spanischem Keeper De Gea (60.) und Sami Khedira traf den Ball an der Strafraumgrenze nicht richtig (81.).

Rückspiel vollkommen offen

Diese Chancen waren Dokument von Reals Überlegenheit. Das Publikum pfiff am Ende nicht, obwohl das Resultat nicht gut war für Real. Es wusste, dass es schlimmer hätte kommen können. In der Nachspielzeit spitzelte Reals Keeper Diego Lopez einen Linksschuss von Van Persie in extremis in Corner. Es blieb beim 1:1 und damit bei intakten Chancen für beide Teams im Rückspiel. José Mourinho kann die Saison noch immer retten. Im Old Trafford hat er schon einmal, 2004 mit dem FC Porto, das massgeschneiderte Resultat erreicht. Auch damals waren es die Achtelfinals und der Auftakt auf einem Parcours, der Mourinho bis zum Titelgewinn führte.

Borussia Dortmund bleibt weiter ohne Niederlage

Borussia Dortmund bleibt in der laufenden Champions-League-Saison weiter unbesiegt. Der deutsche Meister schaffte sich im Achtelfinal-Hinspiel auswärts gegen Schachtjor Donezk mit einem 2:2 eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in drei Wochen.

Das Remis war der verdiente Lohn für die Mannschaft von Jürgen Klopp, die vier Tage nach der 1:4-Heimniederlage gegen Hamburg in der Bundesliga eine starke Reaktion zeigte und in einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie in der ausverkauften Donbass Arena in Donezk ein leichtes Chancenplus verzeichnete.

Später Ausgleich für den BVB

Mats Hummels verhinderte mit seinem Kopfballtreffer in der 87. Minute nach einem Corner die erste BVB-Niederlage in der laufenden Kampagne. Der Verteidiger machte damit seinen Fehler wieder gut, der in der 69. Minute zum 1:2 geführt hatte. Douglas Costa hatte nach einem weiten Zuspiel in die Spitze den Ball perfekt mitgenommen und ebenso gekonnt zum 2:1 vollstreckt. Hummels hatte den Ball unterlaufen, Marcel Schmelzer konnte den sechs Minuten zuvor eingewechselten Brasilianer nicht am Abschluss hindern.

Erstmals in Führung gegangen war das Heimteam nach einer halben Stunde. Der Kroate Dario Srna verwandelte einen Freistoss direkt, wobei Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller keine gute Figur machte. Der scharf getretene Ball kam in die Tormitte geflogen. Die Reaktion der Dortmunder liess aber nicht lange auf sich warten. Vier Minuten vor der Pause glich Robert Lewandowski mit seinem fünften Tor im siebten Spiel in der Königsklasse zum 1:1 aus. Der Pole schlug nach der Flanke von Mario Götze ein Luftloch und irritierte damit die beiden ukrainischen Innenverteidiger, die zusammenstiessen und Lewandowski nicht mehr am Abschluss hindern konnten.

Donezk seit 70 Tagen ohne Ernstkampf

Dass Schachtjor Donezk das erste Pflichtspiel nach 70 Tagen bestritt - die ukrainischen Meisterschaft nimmt ihren Betrieb erst im März auf -, war dem Team des Rumänen Mircea Lucescu erst in der Schlussphase anzumerken, als der Serienmeister unter Druck geriet. Zwölf Testspiele hatte Schachtjor in den letzten vier Wochen bestritten, um für das Aufeinandertreffen mit dem deutschen Meister, der sich in der Vorrunde in überragender Manier gegen Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam durchgesetzt hatte, gerüstet zu sein.

Letzten Endes entsprach das Resultat den gezeigten Leistungen, obwohl beide Teams weitere gute Gelegenheiten zu Toren nicht nutzen konnten. Hummels hatte in der 17. Minute den Ball nach einem Corner an die Latte geköpfelt, Schmelzer verhinderte kurz vor der Pause einen Gegentreffer, als er nach einem erneuten Fehler von Weidenfeller den Abschlussversuch von Alex Teixeira mit der Brust auf der Linie abwehrte. Lewandowski verpasste in der 73. Minute einen zweiten persönlichen Treffer mit einer herrlichen Direktabnahme nur um Zentimeter.

Telegramme

Real Madrid - Manchester United 1:1 (1:1)

Santiago Bernabéu. - 78'000 Zuschauer. - SR Brych (De).

Tore: 20. Welbeck 0:1. 30. Cristiano Ronaldo 1:1.

Real Madrid: Diego Lopez; Arbeloa, Sergio Ramos, Varane, Coentrão; Xabi Alonso (84. Pepe), Khedira; Di Maria (75. Modric), Özil, Cristiano Ronaldo; Benzema (60. Higuain).

Manchester United: De Gea; Rafael, Ferdinand, Evans, Evra; Carrick, Jones; Welbeck (73. Valencia), Rooney (84. Anderson), Kagawa (64. Giggs); Van Persie.

Bemerkungen: Real Madrid ohne Casillas (verletzt), Manchester United ohne Scholes (verletzt). 5. Pfostenschuss von Coentrão. Verwarnungen: 5. Van Persie (Foul). 40. Rafael (Foul). 88. Valencia (Foul).

Schachtjor Donezk - Borussia Dortmund 2:2 (1:1)

Donbass Arena. - 52'187 Zuschauer. - SR Webb (Eng).

Tore: 31. Srna 1:0. 41. Lewandowski 1:1. 68. Douglas Costa 2:1. 87. Hummels 2:2.

Schachtjor Donezk: Pjatow; Srna, Rakizki, Tschygrynski, Rat; Fernandinho, Hübschman; Alex Teixeira (84. Eduardo), Mchtarjan, Taison (62. Douglas Costa); Luiz Adriano.

Borussia Dortmund: Weidenfeller; Piszczek, Santana, Hummels, Schmelzer; Kehl, Bender; Blaszczykowski (80. Leitner), Götze, Reus (91. Schieber); Lewandowski.

Bemerkungen: 17. Kopfball von Hummels an die Latte. Schachtjor Donezk ohne Kucher (gesperrt), Dortmund ohne Grosskreutz (krank) und Gündogan (verletzt). Verwarnung: 69. Fernandinho (Foul). (si)

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