22.01.2020 09:57

Doktor Sex

«Manchmal hasse ich die Formen meines Körpers!»

Insgesamt ist Nadine zufrieden mit sich. Aber wenn sie Bilder mit schlanken Frauen sieht, kriegt sie die Krise. Was tun?

von
wer
Nadine (22) hat manchmal Probleme damit, ihren Körper so zu akzeptieren, wie er ist. Es fällt ihr dann jeweils schwer, aus diesem Tief herauszukommen.

Nadine (22) hat manchmal Probleme damit, ihren Körper so zu akzeptieren, wie er ist. Es fällt ihr dann jeweils schwer, aus diesem Tief herauszukommen.

Staras

Frage von Nadine (22) an Doktor Sex: Dick bin ich (22) nicht, aber Rundungen und Polster habe ich schon. Meine Brüste sind gross, meine Hüften sind breit, meine Beine sind kräftig und was man als Reiterhosen bezeichnet, habe ich auch. Insgesamt geht es mir nicht schlecht mit all dem, ausser wenn ich in einer Zeitschrift all die Bilder mit schlanken Frauen sehe. Dann ist meine Stimmung im Keller und ich hasse meinen Körper und seine Formen. Meist brauche ich dann ziemlich lange, bis ich mich von diesem Tief erholt habe. Was kann ich gegen diese emotionalen Abstürze tun?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Nadine

In einer von manipulierten Bildern geprägten Zeit den eigenen Körper so anzunehmen, wie er halt ist, kann herausfordernd sein. Seit es all die Bildbearbeitungsprogramme gibt, darf man nämlich seinen Augen nicht mehr trauen!

Kein Selfie, das nicht aufgepeppt wird, ganz zu schweigen von den unzähligen Fotos mit all den Models, die uns täglich aus Zeitschriften heraus oder von Onlineplattformen anlächeln und mit denen uns das Bild vom perfekten Körper eingeimpft wird.

Studien haben gezeigt, dass das Körperwunschbild von Frauen massgeblich davon beeinflusst wird, welcher Art die Körper sind, die sie um sich herum wahrnehmen: je schlanker, sportlicher und wohlgeformter, desto schlanker, sportlicher und wohlgeformter wollen sie selber sein. Dass der Umkehrschluss auch gilt, stimmt mich zuversichtlich.

Vor diesem Hintergrund müsste ich dir eigentlich raten, keine Zeitschriften mehr anzuschauen. Lieber aber möchte ich dich einladen, dich mit Frauenkörpern auseinanderzusetzen, die keinem Perfektionsanspruch entsprechen oder Gesellschaftsbild genügen wollen.

Vielleicht interessiert es dich, wie sich die Schönheitsideale im Laufe der Zeit gewandelt haben? Hier kannst du einen Ausflug in verschiedene Epochen machen. Dabei wirst du feststellen: Nicht nur Schönheit, sondern auch die Vorstellungen davon sind vergänglich.

Schau von Herzen und lass die Bilder auf dich wirken, ohne das, was du siehst, zu be- oder zu verurteilen. Es gibt nämlich keine «richtigen» oder «falschen», «schönen» oder «hässlichen» Körper. Das alles sind Kategorien des menschlichen Denkens. Erscheinungen in der Zeit – Modeströmungen.

Überprüfe auch dein Denken und deine Haltung in Bezug auf deinen Körper und werde dir bewusst, dass letztlich immer du darüber entscheidest, was schön ist und was nicht. Vielleicht wäre dies ja auch ein Thema für ein Gespräch mit unterschiedlich alten Frauen aus deinem Umfeld? Alles Gute und viel Spass beim Erforschen!

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