Elektrogrill soll Rauchproblem lösen: «Manchmal sind gleichzeitig bis zu 30 Einweggrills in Betrieb»

Publiziert

Elektrogrill soll Rauchproblem lösen«Manchmal sind gleichzeitig bis zu 30 Einweggrills in Betrieb»

Beissender Rauch und Brandlöcher im Rasen: Bei schönem Wetter wird auf der Ufschötti in Luzern oft mit Einweggrills grilliert. Das sorgt immer wieder für Reklamationen. Ein Elektrogrill soll nun Abhilfe schaffen.

von
Gianni Walther
1 / 4
Rauchschwaden auf der Ufschötti in Luzern. Bei schönem Wetter wird auf der Ufschötti grilliert, was das Zeug hält.

Rauchschwaden auf der Ufschötti in Luzern. Bei schönem Wetter wird auf der Ufschötti grilliert, was das Zeug hält.

Stadt Luzern
Bei vielen Badefreudigen kommen dabei Einweggrills zum Einsatz. «Manchmal sind gleichzeitig bis zu rund 30 Einweggrills in Betrieb», sagt Claudio Läng, Projektleiter bei Stadtgrün Luzern.

Bei vielen Badefreudigen kommen dabei Einweggrills zum Einsatz. «Manchmal sind gleichzeitig bis zu rund 30 Einweggrills in Betrieb», sagt Claudio Läng, Projektleiter bei Stadtgrün Luzern.

20min
Das hat Folgen: Im Rasen entstehen immer wieder Brandlöcher. Der dichte Rauch stört zudem Anwohnende.

Das hat Folgen: Im Rasen entstehen immer wieder Brandlöcher. Der dichte Rauch stört zudem Anwohnende.

Stadt Luzern

Darum gehts

  • Auf der Ufschötti in Luzern wird viel grilliert. Der viele Rauch stört Anwohnende.

  • Oftmals kommen Einweggrills zum Einsatz, die Schäden am Rasen verursachen.

  • Die Stadt Luzern hat nun einen Elektrogrill installiert. Dadurch soll der Rauch gemindert werden.

  • Ist das Pilotprojekt erfolgreich, könnten künftig weitere Elektrogrills eingesetzt werden.

Sommer, Sonne, Einweggrill: An sommerlichen Tagen tummeln sich Hunderte Badefreudige und Sonnenhungrige auf der Luzerner Ufschötti – und nutzen dabei gerne auch Einweggrills, um die Grilladen zuzubereiten. «Der dabei entstehende Rauch, die Schäden am Rasen sowie die Abfälle werden mitunter als störend wahrgenommen», teilte die Stadt Luzern am Mittwoch mit.

Anwohnende können wegen Rauch Fenster nicht öffnen

«An einem schönen Sommerabend grillieren viele Leute gleichzeitig. Manchmal sind gleichzeitig bis zu rund 30 Einweggrills in Betrieb», sagt Claudio Läng, Projektleiter bei Stadtgrün Luzern (ehemals Stadtgärtnerei). «Wenn man vom anderen Seeufer aus zur Ufschötti blickt, sieht es zeitweise so aus, als ob es über der Ufschötti eine Nebelglocke hat», sagt Läng weiter. Das sorgt für Reklamationen: «Den Anwohnern ist das ein grosses Anliegen.» So hatten Anwohnende schon berichtet, dass sie wegen des vielen Rauchs manchmal auch die Fenster nicht öffnen konnten. 

Die Spuren der Einweggrills sind auch sichtbar, wenn diese erloschen sind: Durch die Grills wird der Rasen beschädigt. «Es sieht auch nicht schön aus, wenn es überall Brandlöcher im Rasen hat», sagt Claudio Läng. Zudem entsteht durch die Grills auch Abfall. Immer wieder müssen Mitarbeitende der Stadt liegengebliebene Grills einsammeln und entsorgen.

Pilotprojekt läuft bis Ende 2023

Das Einweggrill-Problem mindern soll nun ein neuer Elektrogrill: Dieser wurde kürzlich von der Stadt auf der Ufschötti installiert und steht den Leuten zur Verfügung. Genutzt werden kann der Grill zwischen neun und 22 Uhr, bei Regen ist das Gerät nicht in Betrieb. Auf einem Schild vor Ort sind Hinweise zur Benutzung des Grills angebracht. So soll man den Grill nach der Benutzung selbst reinigen und den Abfall entsorgen.

Bis Ende 2023 wird der Grill während eines Pilotprojekts getestet. Danach ziehen die Projektverantwortlichen Bilanz. Dabei wird laut Läng unter anderem darauf geachtet, wie der Elektrogrill genutzt wird, ob dieser sauber hinterlassen wird und wie oft das Gerät gereinigt werden muss. «Wir werden auch die Benutzung der Einweggrills im Auge behalten.» So wird etwa beobachtet, ob weniger Leute Einweggrills nutzen und ob es auch weniger Brandlöcher gibt. Danach wird entschieden, ob der Elektrogrill weiterhin im Einsatz bleibt. Sollte der Grill auf genügend Anklang stossen, könne es sein, dass künftig etwa auf der Lidowiese am anderen Seeufer ebenfalls eine Grillstation eingerichtet wird. Dies muss jedoch die Politik entscheiden. 

Deine Meinung

5 Kommentare