Mangelhafte Sprachkenntnisse: Deutsche beinahe nicht eingebürgert
Aktualisiert

Mangelhafte Sprachkenntnisse: Deutsche beinahe nicht eingebürgert

Hitzige Debatte in Dübendorf: Weil die Tochter nicht gut genug Schweizerdeutsch sprach, lehnte die zuständige Kommission den Einbürgerungsantrag einer deutschen Familie ab.

Montagabend: An der Gemeinderatssitzung in Dübendorf werden die Bürgerrechtsgesuche abgehandelt. Bosnier, Kroaten, Philippinos – sie alle hoffen auf den Schweizerpass. Im Saal sitzt auch das deutsche Ehepaar T.* «Wir dachten, es sei reine Formsache, wollten aber trotzdem präsent sein», sagt Beate T. Doch die Eheleute sahen sich getäuscht: Ihr Antrag wurde von der Mehrheit der Bürgerrechtskommission (BRK) abgelehnt. Grund seien die mangelnden Sprachkenntnisse ihrer Tochter.

Obschon die Oberstufenschülerin hier bereits den Kindergarten besucht habe, spreche sie kein Wort Schweizerdeutsch, urteilte die BRK. Die Eltern hingegen seien gut integriert, würden aber in keinem Verein mitwirken. «Mir hat es die Sprache verschlagen», sagt Beate T. Ihre Tochter spreche sehr gut Schweizerdeutsch, nur antworte sie meist in der Muttersprache. Zudem engagieren sich die Eheleute seit Jahren im Vorstand des Dübendorfer Kammerorchesters.

Im Rat löste die Haltung der BRK schliesslich eine hitzige Debatte aus. Mit Happyend: Der Gemeinderat verwarf den ablehnenden BRK-Antrag mit 29 zu 6 Stimmen und bürgerte die Familie doch noch ein.

Romina Lenzlinger

*Name der Redaktion bekannt

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