Aktualisiert 23.01.2015 14:08

Urteil

Mangels Beweisen – Freispruch für Beizer

Ein 60-jähriger Wirt aus Tägerwilen TG ist vom Thurgauer Obergericht vom Vorwurf der vorsätzlichen Tötung freigesprochen worden.

Ermittler betreten im Herbst 2011 das Restaurant in Tägerwilen, in dem die 45-jährige Frau starb. (Bild: MKO)

Ermittler betreten im Herbst 2011 das Restaurant in Tägerwilen, in dem die 45-jährige Frau starb. (Bild: MKO)

Der Beizer war angeklagt, weil er im Verdacht stand, im Herbst 2011 seine 45-jährige Partnerin im Streit totgeprügelt zu haben. Das Obergericht bestätigte im Berufungsverfahren das Urteil der Vorinstanz, wie es am Freitag mitteilte. Denn schon das Bezirksgericht Kreuzlingen hatte den Wirt Mitte 2014 freigesprochen - mangels Beweisen und nach dem Grundsatz «im Zweifel für den Angeklagten».

Die Staatsanwaltschaft akzeptierte dies nicht und zog den Falls ans Obergericht weiter, das die Sache am Mittwoch verhandelte. Für die Anklage war klar, dass der Wirt seine um zwölf Jahre jüngere Lebenspartnerin in einem Streit getötet habe.

Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Er habe sie im Treppenhaus brutal geschlagen und getreten. Danach habe er die schwer verletzte oder tote Frau ins Bett gelegt. Rechtsmedizinische Gutachten belegten laut Anklage, dass die schweren inneren Verletzungen des Opfers nicht durch einen Treppensturz, sondern durch stumpfe Gewalteinwirkung entstanden seien.

Der Angeklagte sagte von Anfang an, er wisse nicht, wie seine Lebenspartnerin ums Leben gekommen sei. Vermutlich sei sie die Treppe hinuntergestürzt, als sie im Keller habe Wein holen wollen. Die 45-Jährige sei seit Jahren schwerste Alkoholikerin gewesen und immer wieder gestürzt. Diesmal habe der Sturz zum Tod geführt.

Das neue Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.