Neues Wandbild: Mani Matter raucht beim Rathaus eine Zigarette
Aktualisiert

Neues WandbildMani Matter raucht beim Rathaus eine Zigarette

Mani-Matter-Fans freuen sich über ein neues Bildnis des grossen Troubadours: Ein unbekannter Künstler zeigt ihn in bekannter Pose an der Fassade des Berner Rathauses.

von
Sonja Mühlemann

Gelassen stützt sich Mani Matter auf das offene Zugfenster ab. «Nichtraucher» steht am Waggon – doch zwischen Matters Fingern steckt eine Zigarette. Dieses bekannte Foto des Berner Dichters und Sängers hat ein unbekannter Künstler in den Farben blau und schwarz auf ein Stück Packpapier gemalt und vor wenigen Tagen auf einen Lüftungsdeckel geklebt.

Bereits das dritte Matter-Bild

Der rauchende Matter blickt seinem Konterfei auf der gegenüberliegenden Seite des nach ihm benannten Stutzes entgegen. Dort bröselt das Wandbild, welches ebenfalls in einer Nacht und Nebel-Aktion angebracht worden war, vor sich hin. Doch diesmal hat der Künstler das Bildnis nicht auf die Mauer gekleistert, sondern mit Klebestreifen auf Blech angebracht. «Uns freut das Bild alle», heisst es bei der Staatskanzlei. Ein weiteres Bildnis des grossen Berner Sängers sei doch viel schöner als Schmierereien am Rathaus. «Wir lassen es kleben, bis es allenfalls mal abbröckelt», so der Mitarbeiter weiter.

Im Jahr 2011 hatten Unbekannte erstmals ein Wandbild zu Ehren Mani Matters am Stutz zwischen der christkatholischen Kirche und dem Rathaus angebracht. Die BDP reichte eine Motion für dessen Erhalt ein – doch die Stadtregierung erachtete es als unmöglich, das auf Packpapier gemalte Gemälde zu erhalten. Man könne es nicht vor Feuchtigkeit schützen, hiess es damals.

Vor fast genau zwei Jahren rettete wohl derselbe Künstler das Wandbild, indem er es mit einem neuen überklebte. Das bröselnde Gedenkbild mit dem singenden Matter wurde durch einen militanten Mani ersetzt – dieser sitzt auf einer Kiste Sprengstoff. In der Hand hält er ein Zündholz.

Matter würde sich freuen

Das neue Bildnis auf der gegenüberliegenden Seite des Mani Matter-Stutzes dürfte sich dereinst wie seine Vorgänger auflösen – und so soll es auch sein, findet BDP-Stadtrat Martin Schneider – obwohl er sich vor zwei Jahren noch für die Konservierung stark gemacht hatte. «So ist der Lauf des Lebens – alles kommt und geht. Mani Matter hätte seine helle Freude daran», ist Schneider überzeugt. Er finde es genial, kehre der Künstler immer wieder zurück. «Dies bereitet vielen Leute grosse Freude.»

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