Aktualisiert 23.06.2015 16:59

BlutbadManifest zum Attentat erschienen

Der mutmassliche Todesschütze in der US-Stadt Charleston hat vor der Bluttat offenbar eine rassistische Internetseite betrieben.

von
fal
Verbrennen der US-Fahne: Der vermutliche Todesschütze Dylann Root soll sich auch im Internet rassistisch geäussert haben. (Archiv)

Verbrennen der US-Fahne: Der vermutliche Todesschütze Dylann Root soll sich auch im Internet rassistisch geäussert haben. (Archiv)

Das fast 2500 Wörter lange Essay beschreibt die angeblichen Motive des jungen Mannes, der nach der Bluttat am Donnerstag festgenommen worden war. Es ist nicht klar, ob der verdächtige Dylann Root das sogenannte Manifest selbst geschrieben hat. Die Polizei war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der 21-jährige Root soll am Mittwoch knapp eine Stunde an einer Bibelstunde in der Emmanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston im US-Bundesstaat South Carolina teilgenommen und dann das Feuer auf die Gläubigen eröffnet haben. Neun Menschen wurden getötet. Dem Täter gelang zunächst die Flucht. Der Verdächtige wurde tags darauf gefasst.

Trauer aber auch Hoffnung in Charleston

Bewusst Charleston ausgewählt

Das nun entdeckte Pamphlet erschien zusammen mit rund 60 Fotos auf einer Webseite namens LastRhodesian.com. Die Seite wurde am 9. Februar über einen russischen Dienst registriert – eine übliche Taktik zur Verschleierung der Urheber einer Seite. Auf Bildern ist er mit der Flagge der ehemaligen konföderierten Südstaaten zu sehen oder wie er die amerikanische Fahne verbrennt. Ausserdem gibt es eine Nahaufnahme einer Pistole des Kalibers, das in der Kirche genutzt wurde.

In dem sogenannten Manifest versichert der Autor, er sei nicht in einer rassistischen Haushalt aufgewachsen. Doch habe er sich zu Gewalt entschlossen, nachdem er im Internet über kriminelle Taten Schwarzer gegen Weisse recherchiert habe. Er habe Charleston gewählt, weil dort zeitweise der höchste Anteil von Schwarzen gelebt habe. Weisse rassistische Gruppen hätten nicht genug getan. «Wir gaben keine Skinheads, keinen wirklichen KKK (rechtsextremer Ku Klux Klan), niemand, der irgendetwas tut ausser im Internet reden. Jemand muss den Mut haben, es in der wirklichen Welt zu tun, und ich schätze, dass ich das sein muss.» Es folgen Hasstiraden unter anderem gegen Schwarze, Hispanics und Juden. (fal/sda/afp)

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