«Connect»: Manipulationsversuche beim Mobilfunknetz-Test
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«Connect»Manipulationsversuche beim Mobilfunknetz-Test

Beim «Connect»-Test der Schweizer Mobilfunknetze kam es zu Auffälligkeiten. Diese hätten das Potenzial gehabt, das Ergebnis stark zu verändern, so die Tester.

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swe
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Wer im Zug auf den grossen Verkehrsachsen gern mit dem Handy surft, ist sowohl bei Sunrise als auch bei der Swisscom gut bedient. Salt schneidet etwas schlechter ab, steht im Vergleich mit Österreich und Deutschland aber immer noch sehr gut da.

Wer im Zug auf den grossen Verkehrsachsen gern mit dem Handy surft, ist sowohl bei Sunrise als auch bei der Swisscom gut bedient. Salt schneidet etwas schlechter ab, steht im Vergleich mit Österreich und Deutschland aber immer noch sehr gut da.

Keystone
Zu diesem Ergebnis kommt der Mobilfunktest des deutschen Fachmagazins «Connect» und dessen Netztestpartner P3. Insgesamt wurden mehr als 6500 Kilometer mit dem Auto zurückgelegt. Gemessen wurde nicht nur in Städten, sondern auch auf Verbindungsstrassen und im Zug.

Zu diesem Ergebnis kommt der Mobilfunktest des deutschen Fachmagazins «Connect» und dessen Netztestpartner P3. Insgesamt wurden mehr als 6500 Kilometer mit dem Auto zurückgelegt. Gemessen wurde nicht nur in Städten, sondern auch auf Verbindungsstrassen und im Zug.

Connect.de
In das Resultat flossen Messungen aus 18 grösseren und 31 kleineren Schweizer Städten ein.

In das Resultat flossen Messungen aus 18 grösseren und 31 kleineren Schweizer Städten ein.

Keystone/Gaetan Bally

Das deutsche Fachmagazin «Connect» hat auch dieses Jahr die Mobilfunknetze der Schweiz, Deutschlands und Österreichs analysiert. Dabei lief nicht alles rund. Wie die Tester auf ihrer Website mitteilen, gab es ungewöhnliche Vorgänge. Und zwar über die Crowdsourcing-App, über die Dritte anonym zum Netztest beitragen konnten.

So schreibt das Fachmagazin: «Bereits im Lauf der Datenerfassung für das Crowdsourcing fiel auf, dass von einer geringen zweistelligen Anzahl teilnehmender Smartphones sehr grosse Downloads sehr regelmässig und breit gefächert über die gesamte Schweiz durchgeführt wurden.» Durch dieses Vorgehen hätte theoretisch die Bewertung von Netzbetreibern nach oben getrieben werden können.

Keine Auswirkung auf Resultate

Wie «Connect» weiter ausführt, zeigten Analysen, dass in keinem anderen analysierten Land solche Muster auftauchten. Den Urheber zu finden, war den Testern «wegen der Anonymität der Datenerhebung» nicht möglich. Auch das Motiv ist nicht bekannt: «Unklar blieb, ob dieses ungewöhnliche Treiben das Ziel hatte, den renommierten Netztest von Connect und P3 zu diskreditieren, ob eventuell eine dritte Seite eine Disqualifikation betroffener Betreiber herbeiführen wollte oder ob auf diese Weise eine höhere Bewertung erreicht werden sollte.»

Die Tester filterten alle unter Manipulationsverdacht stehenden Teilnehmer aus den Daten heraus – noch bevor die Auswertung erstellt wurde. Die Schweizer Netzbetreiber wurden Ende November 2018 darüber informiert. Laut «Connect» traten danach wieder solche Auffälligkeiten auf, die jedoch – ebenfalls vor der Auswertung – aus den Daten entfernt wurden.

Keine eigenen Manipulationsversuche

Gegenüber Watson.ch äusserten sich die Schweizer Netzbetreiber zum Vorfall. Swisscom-Sprecher Armin Schädeli sagte: «Wir bedauern, dass es offenbar zu Manipulationsversuchen gekommen ist. Swisscom hat zu keiner Zeit versucht, die Tests zu manipulieren.»

Rolf Ziebold, Mediensprecher bei Sunrise, schrieb dazu: «Kritik und Verdächtigungen im Zusammenhang mit dem ‹Connect›-Netztest wurden seitens eines anderen Anbieters bereits letztes Jahr geäussert. Sunrise kommentiert solche Verdächtigungen nicht weiter.» Anbieter Salt sagte dazu kurz: «Wir distanzieren uns von solchen Manipulationsversuchen.»

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