Eifersucht: Mann (21) fackelt Chevy seines Nebenbuhlers ab
Aktualisiert

EifersuchtMann (21) fackelt Chevy seines Nebenbuhlers ab

Weil er mit einen Molotow-Cocktail das Auto der neuen Flamme seiner Ex-Freundin angezündet hat, ist ein Sanitärinstallateur zu 15 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Mit einem Molotow-Cocktail hat der Beschuldigte den Camaro des neuen Freundes seiner Ex-Freundin angezündet (19. September 2014).

Mit einem Molotow-Cocktail hat der Beschuldigte den Camaro des neuen Freundes seiner Ex-Freundin angezündet (19. September 2014).

Im Juni vor einem Jahr verliess eine Coiffeuse ihren damals 21-jährigen Freund aus Bernhardzell. Dieser schien das nicht zu verkraften und begann einen regelrechten Rachefeldzug, weswegen er am Dienstag vor dem Kreisgericht St. Gallen stand. Ihm wurden unter anderem Brandstiftung, Sachbeschädigung, Nötigung, Tätlichkeit und Drohung vorgeworfen.

Begonnen hat es damit, dass der 21-jährige Sanitär-Installateur Mitte August 2014 erfuhr, dass seine Ex-Freundin einen neuen Freund hat, wie aus der Anklageschrift hervorgeht. Als er herausgefunden hatte, wo dieser wohnt, hat er diesem die Reifen seines Chevrolet Camaros zerstört und den Tankdeckel schwarz besprayt. Dabei entstand ein Schaden von 2000 Franken.

Schmierereien und Abpassen

Am nächsten Tag ging der Rachefeldzug weiter. Der Beschuldigte sprayte auf den Boden des Sitzplatzes der Familie seiner Ex-Freundin «NO LOVE», was dem Sanitär-Installateur eine Klage wegen Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch einbrachte.

Doch damit nicht genug. Tags darauf soll der 21-jährige seine Ex-Freundin vor dem Coiffeurgeschäft, in dem sie arbeitete, abgepasst, sie fest am Oberarm gepackt und ihr den Weg versperrt haben. Er habe mit ihr die Sache zwischen ihnen klären wollen, heisst es in der Anklage.

45 Feuerwehrleute löschen Brand

Am 19. September hatte er es erneut auf den Camaro des neuen Freundes abgesehen, wie aus der Anklageschrift weiter hervorgeht. Dafür bastelte er einen Molotow-Cocktail. Diesen soll er morgens gegen halb vier auf das Auto geworfen haben. 45 Feuerwehrleute rückten aus, um den Brand zu löschen. Es entstand Sachschaden von über 60'000 Franken.

Vor Gericht erklärte der Beschuldigte, er sei zu beiden Anschlägen von einem Kollegen angestiftet worden. Eigentlich sei er nur dabei gewesen. Er habe zwar auch einen Molotow-Cocktail geworfen, aber neben den Wagen.

Es war Brandstiftung

Den Vorwurf, er habe beim Elternhaus seiner Ex-Freundin auf den Sitzplatz «No Love» gesprayt, akzeptierte er. Hingegen bestritt er, dass er tätlich gegen die junge Frau geworden sei, ihr gedroht und sie genötigt hat. Die Anklage hatte deshalb auch eine Verurteilung wegen Tätlichkeiten, Drohung und Nötigung verlangt. Für diese Anklagepunkte fällte das Kreisgericht jedoch Freisprüche.

Auf die Forderung des Verteidigers, sein Mandant sei nicht wegen Brandstiftung, sondern lediglich wegen Beihilfe dazu zu verurteilen, ging das Gericht nicht ein. Es könne zwar nicht mit Sicherheit sagen, ob er alleine oder mit dem Kollegen am Tatort gewesen sei, erklärte der vorsitzende Richter. Dies spiele aber keine Rolle, da er so oder so aktiv an der Brandlegung mitgewirkt habe und sich deshalb der Brandstiftung schuldig gemacht habe.

Das Kreisgericht St. Gallen sprach eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten und eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 130 Franken aus. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Zudem muss er eine Busse von 200 Franken bezahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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