Fernzugriff auf Anlage: Mann (22) wollte das Trinkwasser einer ganzen Region verseuchen
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Fernzugriff auf AnlageMann (22) wollte das Trinkwasser einer ganzen Region verseuchen

Wyatt T.* (22) hatte per Fernzugriff Teile einer Trinkwasseranlage deaktiviert. Nun steht er dafür vor Gericht. Mit der Aktion habe er die Wasserversorgung gefährdet, heisst es in der Anklageschrift. Ihm drohen bis zu 25 Jahre Gefängnis.

von
Tobias Bolzern
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Ein 22-Jähriger wird beschuldigt, eine Trinkwasseranlage manipuliert zu haben. 

Ein 22-Jähriger wird beschuldigt, eine Trinkwasseranlage manipuliert zu haben.

imago images/Kirchner-Media
Die Anlage befindet sich in Ellsworth County im US-Bundestaat Kansas. 

Die Anlage befindet sich in Ellsworth County im US-Bundestaat Kansas.

Krwa.net
Laut der Anklageschrift griff der 22-Jährige per Fernwartungs-Software auf die Anlage zu und deaktivierte sie.

Laut der Anklageschrift griff der 22-Jährige per Fernwartungs-Software auf die Anlage zu und deaktivierte sie.

REUTERS

Darum gehts

  • Ein 22-Jähriger hat eine Trinkwasseranlage in den USA manipuliert.

  • Er griff per Fernzugriff auf die Anlage im US-Bundesstaat Kansas zu.

Man sollte meinen, dass kritische Infrastrukturen, wie die Trinkwasserversorgung einer Stadt oder einer Region, gut geschützt sind. Dass dies nicht immer so ist, zeigt erneut ein Fall aus den USA. Der 22-jährige Wyatt T.* hat im US-Bundesstaat Kansas auf die Computersysteme einer Trinkwasseranlage zugegriffen.

Der 22-jährige T. wird beschuldigt, das Wasserreinigungssystem der Region Ellsworth County deaktiviert zu haben. Dies mit der Absicht, es zu beschädigen, wie es in der Anklageschrift heisst. Der Vorfall geschah im März 2019. Publik wurde dies erst jetzt. Die Anlage versorgt rund 6000 Einwohnerinnen und Einwohner der Region mit Trinkwasser. Eine Gesundheitsgefahr bestand laut Behörden nicht. Die Wasserqualität werde permanent überwacht.

Fernzugriff auf PC

Das, was T. gemacht hat, kann man aber nicht einmal als Hacking bezeichnen. Es war wohl eher eine Fahrlässigkeit auf Seiten der Anlagebetreiber. So war Wyatt T. ehemals beim betroffenen Post Rock Rural Water District in Ellsworth County angestellt. Auf dem Computer der Wasseranlage war eine Fernzugriffs-Software installiert. Er konnte sich wohl damit einloggen – und dies Monate, nachdem er den Job gewechselt hatte. Wie genau es zu dem Zugriff kam, ist jedoch nicht bekannt.

Für den 22-Jährigen könnte die Aktion weitreichende Folgen haben. Für die Manipulation eines öffentlichen Wassersystems und das «rücksichtslose» Zerstören eines Systems könnte er zu einer Gefängnisstrafe von bis zu 25 Jahren, sowie zu einer Geldstrafe von maximal 500’000 Dollar verurteilt werden.

Angriff in Florida

Der Fall Wyatt T. erinnert an einen anderen Vorfall, der vor zwei Monaten für Schlagzeilen sorgte. Damals hat ein unbekannter Hacker eine Wasseraufbereitungsanlage in der Nähe von Tampa im US-Bundesstaat Florida angegriffen. Der Cyberangriff zur Manipulation der Chemikalienzufuhr wurde jedoch rechtzeitig entdeckt und abgewehrt, wie die lokale Polizei im Verwaltungsbezirk Pinellas damals mitteilte.

Der Angreifer wollte den Anteil von Natriumhydroxid im Wasser um das 100-fache über dem Normalwert erhöhen. Dies wäre ein «potenziell gefährlicher» Eingriff in die Wasseraufbereitung gewesen, schreiben die Behörden. Zu keinem Zeitpunkt habe Gefahr für die Bevölkerung in Oldsmar nahe Tampa bestanden, die aus der Anlage mit Wasser versorgt wird.

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